4. Kapitel
Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit
Die Heimatschutzbewegung stützte sich in der Pro-pagierung ihrer Anliegen auf zweierlei: Auf ihre Protagoni-sten, die, Wortführer' im eigentlichen Sinne- erprobte Män-ner der Feder waren und zum Teil auch als charismatische Red-ner in Erinnerung sind; und auf ein massenmedialesPropagandainstrumentarium, das dazu angetan war, ein breitesPublikum anzusprechen.
So entwickelte sie sich einerseits zur sehr, papierrei-chen Bewegung. Eine Flut von Broschüren, Flugblättern undZeitschriften zeugt von der nimmermüden, argumentativ sichfreilich zuweilen wiederholenden literarischen Produktion derHeimatschutzaktivisten. Viele lokale und regionale Vereini-gungen verfügten über eigene Publikationsorgane in Form vonHeimatkalendern und anderem, eigenständig oder als Zei-tungsbeilage erscheinendem„ Heimatschrifttum"; und diemeisten Landesvereine waren an der Herausgabe- zum Teil bisheute bestehender- heimat-, geschichts- und volkskundlicherZeitschriften beteiligt. Zudem florierte das Vortragswesen,bald auch unter Verwendung von Lichtbildmaterial, das inForm von Dia- Serien vom Lichtbilderdienst des staatlichenVolksbildungsamtes in großer Menge zur Verfügung gestellt
wurde.
Zum anderen entdeckte der Heimatschutz früh dasWerbepotential spektakulärer Fest- und Feiergestaltung: sei esim historischen Kostüm des„, teutschen" Mittelalters, sei es inForm jener Trachtenumzüge und Volkstumstage, wie sie etwaanläßlich der Bundestagungen des Heimatschutzverbandesden jeweiligen Veranstaltungsort zur folkloristischen Bühneumfunktionierten.
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