andergreifende Prozesse verstanden, dann rücken für die Ge-genwart Heimatliches und McDonald's, Gmundner Keramikund IKEA- Möbel dicht zusammen. Sie sind ins Österreichi-sche übersetzte Lebensstile und ästhetische Setzungen.'
Tradition, Modernität und Massenkonsum in zeit-gleiche österreichische Selbststilisierung aufgelöst, das trifftauf Widerspruch. Heimatpfleger- und nicht nur sie- würdendringenden Einspruch erheben. Denn ihre Volkskultur bean-sprucht Authentizität einer Überlieferung des Ländlichen undsetzt sich mit Siegeln der ‚ Echtheit' in Form, Material undInhalt vom industriell Gefertigten und medial Vertriebenenab. Gegenwärtige Nutzungen etwa durch, neue Volksmusikteilen zwar diesen dogmatischen Anspruch nicht, sehen aberdoch auch hinter der Folklore- Fassade ursprünglich Gewachse-nes und mischen heimisch Erkanntes mit neuen Tönen. Wasdamit kritisch gemeint ist, benutzt Argumentationsmuster,die in einer langen Reihe entwickelt, wiederholt und in kol-lektives Wissen eingefügt wurden.
Die europäischen Nationalbewegungen des 19. und20. Jahrhunderts entwickelten trotz Konkurrenz zueinanderein ähnliches Set zur Formulierung des behauptet Eigenen.Denn die Bestimmung eines unverwechselbaren kulturellenErbes verlangte nach der Schaffung einer Hochsprache, suchtenach einer geschichtlichen Glanzzeit und kreierte eine typi-sche Landschaft. 10 Gleichzeitig richteten Nationen wie Frank-reich oder England ihr verbindliches Symbolsystem auf städti-sche Kultur und somit auf moderne Gehalte aus, während etwamanche der späten osteuropäischen Nationalbewegungen ihrkulturelles Erbe ausschließlich in bäuerlicher Kultur aufge-hoben sahen. Die deutsche und in später Folge auch dieösterreichische Nationalbewegung¹² pendelten zwischen diesenPolen von Modernität und Tradition und schwankten, jenach ideologischer Nachfrage, zwischen Städtischem undLändlichem. Die von Deutungsagenturen wie Heimatschutz-bewegung oder Volkskunde in bodenständige Volkskultur
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