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aber fortschrittlich im besten Sinne des Wortes" ¹¹ zu sein, zieltder Gebrauch des Wortes„ Heimatschutz" hierzulande- in derweitgehenden Unkenntnis über seinen historischen Hinter-grund beinahe schon als eine Art Chiffre der Verständigung imGebrauch- allgemein auf Konservativ- Reaktionäres und einenvager Konnotation von manchen auch in der Gegenwart regi-strierten ,, Rot- weiß- roten Kulturkampf gegen die Moderne" ¹².Und tatsächlich scheint einiges Gedankengut des Heimat-schutzes, dem ja etwa sogenannte Bauberatung ¹³ stets einHauptanliegen war, weitgehend internalisiert: Kaum einArchitekturvorhaben neueren Zuschnitts, das nicht vom Pro-test selbsternannter Planungsexperten in den Boulevardblät-tern oder am Stammtisch begleitet wird.
Eine andere österreichische differentia spezifica inSachen Heimatschutz läßt sich wohl am besten mit dem Zitateines der profiliertesten Heimatschützer des Landes auf denPunkt bringen:„ I bin a Steirer"- so der überlieferte( oderdoch gut erfundene) Ausspruch Viktor Gerambs in seinenersten Vorlesungen an der Grazer Universität, auf die er, vonden Nazis relegiert, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkriegzurückberufen wurde-„, und des bin i gern; i bin a Österrei-cher- und des bin i gern; aber daß i kein Deutscher mehr bin,des versteh' i net!" Der Gründer des Steirischen Heimatwerkesund damit Wegbereiter eines österreichischen Heimat- Stilsverkörpert in seiner Person tatsächlich die ganze Aporie öster-reichischen Identitätsbewußtseins der Zwischenkriegszeiteine Aporie, die ihre Wurzeln in jener„ doppelten Identität“des deutschsprachigen k.u.k. Österreichers hatte, der sich, alsAngehöriger der staatsdominierenden Nation, einerseits derdiesen Staat repräsentierenden Dynastie verbunden gefühltund andererseits im Trubel stetig schärferer nationaler Riva-litäten im Hause Österreich“ sein„ Deutschtum" herauszu-streichen genötigt gesehen hatte¹. Dieses österreichischeSelbstverständnis in der auf den berühmten„ Rest" reduziertenErsten Republik- man könnte es eine kognitive Dissonanz des
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