7. Zusammenfassung
Abschließend läßt sich sagen, daß die kulturellen und wirtschaftlichenBeziehungen zwischen Österreich und Japan schon ins vorige Jahrhundertzurückreichen. Die Faszination der fernöstlichen Kultur ist, trotz aller Ver-änderungen, stark geblieben und scheint gerade heute wieder einen neuenHöhepunkt erreicht zu haben.
Die 19 zwischen Österreich und Japan bestehenden Ortspartnerschaften( 1991) sind ein Zeichen der gegenseitigen Attraktion. War es früher vorallem die Kunst, so ist es heute die Wirtschaft, die sich den japanischenEinflüssen nicht entziehen kann. Umgekehrt hat auch Österreich durch seinImage als Kulturland, als Heimat großer Musiker und durch den Sport, denSkilauf, nachhaltig auf Japan eingewirkt.
Beide Tatsachen fanden auch in den Ortspartnerschaften ihren Nieder-schlag, wobei vor allem die Einführung des Skilaufs in Japan durch Majorvon Lerch von ganz wesentlicher Bedeutung war.
Trotz großer Entfernung, kultureller und sprachlicher Barrieren ist eineerstaunliche Entfaltung einiger Ortspartnerschaften festzustellen. Die Grün-dungen von Partnerschaften erfahren in der Folge verschiedene Ausprägun-gen und zeigen Wirkungen unterschiedlicher Intensität. Neben eher losenVerbindungen, die vor allem politisch motiviert sind, stehen persönlichgeprägte, von großem Enthusiasmus und Eifer getragene Freundschaften.
Die Zeichensetzung, d.h. die Visualisierung der Partnerschaft erfolgtnach traditionellen Mustern( Benennungen, Baumpflanzungen, Austauschvon Geschenken etc.) und auch die gegenseitigen Besuche unterliegen einergewissen Ritualisierung.
Der tatsächliche Vollzug der Partnerschaft und der damit verbundenenAktivitäten spielt sich zumeist im politischen Alltag der Gemeindeverwal-tungen ab und zeigt nur wenig direkte Wirkung auf das Leben der Einzelnen.Eine Ausnahme davon bilden die Jugendaustauschprogramme, bei denensehr wohl der ursprüngliche Gedanke der Völkerverständigung und derkulturellen Annäherung in die Tat umgesetzt werden kann. Die grundsätz-lich geforderte Einbindung der gesamten Bevölkerung kann jedoch bei dengegebenen Strukturen der modernen staatlichen Gemeinwesen nicht imgewünschten Ausmaß realisiert werden. Dennoch finden einzelne Aktivitä-ten sehr wohl ein größeres Echo; vor allem den Medien kommt hierbei dieAufgabe zu, größere Bevölkerungsschichten möglichst umfassend und kon-tinuierlich zu informieren.
Allgemein wird man sagen können, daß die österreichisch- japanischenPartnerschaften, die seit den späten 50er Jahren bestehen, wesentlich vomEngagement einzelner Personen abhängig sind, wie dies auch bei Partner-schaften mit anderen Ländern der Fall ist. Die Sprachbarriere bleibt einHindernis ebenso wie die große geographische Distanz, die Besuche bei der
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