1. Einleitung
Fährt man durch Ortschaften in Österreich und auch anderswo, stößt manwiederholt auf ein Schild- meist an der Ortseinfahrt- mit dem Hinweis,, Partnerort von...". Manchmal ist nur ein Ort angegeben, manchmal kannaber auch eine Vielzahl verschiedener Gemeinden vermerkt sein. Hat mandiese Schilder erst einmal wahrgenommen, stellt man sich vielleicht dieFrage, wie diese Partnerschaften entstanden sein mögen. Namensgleichheitmag eine Erklärung sein, wie schon Hermann Bausinger in seinem Aufsatzzum Thema ,, Ortspartnerschaft“( Bausinger 1969, S. 82) feststellt; darüberhinaus existieren aber noch zahlreiche andere Gründe, eine derartige Ver-bindung einzugehen.
Eine volkskundliche Dissertation an der Universität Wien hat sich erst injüngster Zeit mit dem Thema Ortspartnerschaften ausführlich auseinander-gesetzt( Franke 1991) und die verschiedenen Aspekte dieser Verbindungenumfassend behandelt. Anläßlich eines Aufenthaltes in Japan wollte ich nundie Gelegenheit wahrnehmen, die bestehenden Partnerschaften zwischenÖsterreich und Japan näher zu untersuchen.
Auf Grund der Liste des österreichischen Gemeindebundes konnten diein Frage kommenden Orte ausfindig gemacht und in der Folge ein Fragebo-gen an die zuständigen Gemeindeämter in Österreich gesandt werden. Indiesem Schreiben wurden sie unter anderem um die Namen ihrer japani-schen Partner gebeten, um direkten Kontakt aufnehmen zu können. Wäh-rend die österreichischen Orte alle früher oder später antworteten, bliebendie Antworten aus Japan spärlich. Ein Brief in englischer Sprache wird von denmeisten Gemeindevertretungen nicht beantwortet, da, wie mir später mitgeteiltwurde, Dolmetscher nicht immer vorhanden sind und die Sprachkenntnisse dereinzelnen Bürgermeister oder Abteilungsleiter nicht ausreichen. Keinerlei Hilfewar bedauerlicherweise auch von der japanischen Botschaft in Österreich zuerhalten, während hingegen die österreichische Vertretung in Tokyo rasch undeffizient reagierte und mir neben einem Empfehlungsschreiben in englischerund japanischer Sprache auch wertvolles Adressenmaterial und zahlreicheHinweise zur Verfügung stellte, weshalb ich an dieser Stelle dem österreichi-schen Kulturattaché Dr. Wolfgang Angerholzer danken möchte.
Weiterer Dank gebührt besonders Alexis Julien und Kaori Hiraga, ohnedie dieses Unternehmen nicht möglich gewesen wäre. Anhand der von derösterreichischen Botschaft zur Verfügung gestellten Adressen haben siesämtliche notwendigen Telefongespräche geführt und mich bei der Planungder Reise in einige der Partnerstädte unterstützt bzw. begleitet sowie alleÜbersetzungen vorgenommen. Wertvolle Hilfe wurde mir auch von seitenNoriko Brandls zuteil und vor allem von Nikolai Dobrowolskij, der nichtnur die Drucklegung des Manuskriptes betreute, sondern darüber hinausergänzende Recherchen in Österreich durchführte.
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