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Konnichi wa Österreich : Ortspartnerschaften zwischen Österreich und Japan
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ist wohl sowohl in Tokyo als auch in Wien auf eine harte Probe gestelltworden! Die japanischen Gäste wurden in Wien natürlich zum Heurigengeführt und von Bürgermeister Zilk im Rathauskeller zu einem- von Firmengesponserten- Essen empfangen.

Die Erfahrungen mit dem Austauschprogramm sind nach zwei Jahrendurchaus zufriedenstellend, so daß es weiter intensiviert werden soll.

Vergleicht man es mit den Besuchsprogrammen der anderen Städte, dieja auch unter dem Aspekt vorgenommen werden, das Verständnis der Kul-turen zu fördern, die Jugend als Zukunftsträger mit dem Fremden bekannt-zumachen und auf diese Weise Vorurteile abzubauen, so wird man feststel-len, daß während eines zweitägigen Aufenthaltes das Kennenlernen notwen-digerweise sehr oberflächlich bleiben muß. Dem gegenüber scheint mir dasProgramm von Floridsdorf und Katsushika weitaus zielführender und er-folgversprechender zu sein und dem Grundgedanken der Partnerschaftsbe-wegung in hohem Maße zu entsprechen.

6.5. Clubs und Vereinigungen

Im Juni 1991 wurde in Katsushika ein Wien- Club gegründet. Zur Zeitmeiner Untersuchung( August 1991) hatte diese Vereinigung 60 Mitglieder.Diese waren zumeist schon in Floridsdorf gewesen und interessieren sichfür verschiedene Formen der Volkskunst. Konkretes Programm hat dieserClub zwar noch keines, doch ist geplant, gegenseitige Besuche zwischenWien und Tokyo zu fördern. Der Präsident dieses Clubs, Herr Saito, istBesitzer mehrerer Restaurants in der Umgebung des Shibamata Tempels. Erund sein Freund, Herr Kohta Ishikawa, Besitzer einer, Konditorei" imShibamata Viertel, haben während ihrer Wienbesuche enge Beziehungen zuHeurigenbesitzern aus Stammersdorf aufgebaut. Die beiden recht vergnüg-ten und lebenslustigen Männer schwärmten in vollen Tönen vom Heurigenund der Wiener Lebensart und überlegen, Wiener Produkte, vor allem Wein,zu importieren. Dieser Plan konnte allerdings bis jetzt noch nicht in die Tatumgesetzt werden, da die Wiener Betriebe wohl zu klein sind, um dennötigen Werbeaufwand zu bestreiten, der notwendig ist, um in einem Landwie Japan Fuß zu fassen. Dazu kommt noch der schwierige und kostenin-tensive Transport, zumal es sich um keine sehr großen Exportmengenhandelt. Die österreichischen Partner meinen allerdings, man solle eben aufeiner bescheideneren Ebene beginnen. Die Restaurantbesitzer des Wien-Clubs sollen beispielsweise in ihren Lokalen Stammersdorfer Wein aus-schenken und wenn die Gäste auf den Geschmack kämen, würde sichweiteres schon finden.

In Joetsu besteht eine Lerch- Gesellschaft, die in den 60er Jahren gegrün-det wurde und ca. 150 Mitglieder umfaßt, die sich monatlich treffen. Ihre

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