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Konnichi wa Österreich : Ortspartnerschaften zwischen Österreich und Japan
Entstehung
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Aufdruck ,, Nozawaonsen- Hotel garni St. Anton" oder eine Telefonwert-karte mit japanischer und österreichischer Fahne als Hintergrund für eineFigur im Kimono bzw. für das Lerch- Denkmal und mit der Aufschrift,, Joetsu- city- Lilienfeld- city".

Hubert Naschberger berichtet vom Brauch ,, Geschenke auszutauschen" inseinem Artikel über einen Besuch in Suwa, wie folgt: ,, Nicht vergessen wurdebei dem Besuch( einer Delegation im Jahre 1968; Anm. d. Verf.) der Austauschvon Gastgeschenken; so brachte der japanische Bürgermeister einige wertvolleGeishapuppen(...) und traditionelle Kleider für die beiden Gemeindechefs.Umgekehrt verließ Bürgermeister Iwamoto Wörgl in einem Trachtenanzug undmit einer Zither unter dem Arm, die heute noch in Suwa zu den, gut behütetenGemeindeschätzen' zählt.(...) Nach seiner Rückkehr( 1985; Anm. d. Verf.)präsentierte Naschberger seinerseits eine Grußbotschaft des derzeitigen Stadt-oberhauptes von Suwa, Shunichi Kasahara, an die Bevölkerung und an diebeiden Orte sowie als Geschenk ein traditionelles Seidentuch, den Furoshiki,früher oft als Geldbeutel in Verwendung(...)."( Naschberger 1985, S. 4-5)

Eine andere Form von Geschenk überreichte 1987 Keiji Ohba, Bürger-meister von Setagaya- ku, seinem Wiener Gastgeber, Bezirksvorsteher AdolfTiller, anläßlich eines Wienbesuchs: das längste Bild der Welt( 3 km lang).Die Künstlerin Kimiko Hibino hatte eine Leinwand mit ca.3.000 Tierdar-stellungen bemalt und sie ,, Life. A Hymn of Praise to Nature by KimikoHibino- Animals Return to Life on Earth" genannt. Das Bild, das von 300Menschen getragen am Ufer des Flusses Tama erstmals der Öffentlichkeitgezeigt worden war, sollte das Symbol der Verbindung von Tama und Donausein. Es befindet sich heute im Wiener Rathaus, wo es allerdings nichtöffentlich ausgestellt ist. Um das Ereignis der Verschwisterung der beidenFlüsse zu würdigen, beschloß Kimiko Sato, in der Folge ein neues Bild nachMotiven einer Wiener Sage anzufertigen.

6.1.2. Benennungen und Gedenktafeln

Namen öffentlicher Straßen, Plätze, Gebäude etc. repräsentieren, um mitMarc Augé zu sprechen, das kollektive Gedächtnis, d.h. sie konstituierennicht nur für den Einzelnen Bedeutung, sondern stellen vielmehr die ge-meinsame Geschichte einer Gesellschaft dar, auch wenn die ursprünglicheBedeutung im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten kann.

Zahlreich sind die Benennungen in Zusammenhang mit bestehendenPartnerschaften. Am auffallendsten sind dabei wohl die in Österreich undanderen Ländern gebräuchlichen Tafeln am Ortseingang, die über bestehen-de Verschwisterungen Auskunft geben.

Aber auch andere ,, Benennungen lassen sich finden. In Shiozawa wurdebeispielsweise eine Straße ,, Ötztalstraße" benannt- wobei bemerkt werden

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