nie einbezogen, sodaß keine Verlagerung der Wahrnehmung der Freund-schaft eingetreten ist, wie das etwa bei Shiozawa der Fall war, wo dieoffizielle Betreuung der Beziehung mit Lilienfeld offensichtlich zur Gänzein die Hand einer Einzelperson übergegangen ist, deren Bemühungen undInteresse es zu verdanken ist, daß ein ständiger Kontakt aufrechterhaltenwird. Andererseits besteht durch die Übernahme der Partnerschaftspflege indie Privatsphäre einzelner Personen die Gefahr, daß offiziellerseits diePartnerschaft immer weiter in Vergessenheit gerät und schließlich an einemindividuell motivierten und agierenden Menschen hängt, sodaß bei Ände-rung der Interessenslage( was eher selten vorkommt) oder physischemUnvermögen( Krankheit, Tod) die Ortspartnerschaft unausgesprochen zuexistieren aufhört.
5.5. Vermittlung durch offizielle Stellen oder Politiker
Im Juni 1959 richtete der Generalsekretär des Österreichischen Städte-bundes folgendes Schreiben an die Stadtgemeinde Wörgl( zit. nach: Franke1991, S. 151 152):
,,(...) Die österreichische Botschaft in Tokio/ Japan ist im Wege desBundeskanzleramtes Auswärtige Angelegenheiten an den Österreichi-schen Städtebund mit dem Ersuchen herangetreten, einen Freundschafts-bund zwischen der japanischen Stadt Suwa und einer österreichischen Stadtzu vermitteln, und hat angeregt, zum Abschluß eines derartigen Freund-schaftsbundes die Stadt Wörgl einzuladen. Derartige Freundschaftsbündemit ausländischen Gemeinden haben bereits einige Städte abgeschlossen.Ihre Auswirkungen beschränken sich im wesentlichen auf Schriftwechselzwischen einzelnen Bewohnern der befreundeten Städte, auf den Austauschvon geeigneten Publikationen und Bildern sowie vereinzelt auch von Besu-chen von Bürgern der den Freundschaftsbund abschließenden Städte.(...)Der Vorschlag, die Stadt Wörgl zum Abschluß eines derartigen Freund-schaftsbundes einzuladen, entspringt der im wesentlichen gleichartigenStruktur der Städte Wörgl und Suwa."
Vermittlung durch politische Instanzen, vor allem durch Botschaften, istein wiederkehrendes Element in der Etablierung von Partnerschaften, wobeiauch hier meist mehrere Motive zusammenspielen, die schließlich zurAuswahl einer bestimmten Gemeinde führen.
Die politische Grundlegung von Städtepartnerschaften hat, so Lutz( Lutz1988, S. 344 345), maßgeblichen Einfluß auf Strukturen und Inhalte, kannsich aber auch oftmals in formalen Akten erschöpfen.
So kam etwa die Verbindung von Saalbach- Hinterglemm( Salzburg) undBiei- Cho auf Hokkaido, der nördlichen der vier Hauptinseln, gelegen-durch eine Aktion des Gemeindeverbandes und die Vermittlung der beiden
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