5.4. Wirtschaftliche Verbindungen
Angeregt durch die österreichische Botschaft in Tokyo, entstand 1960 diePartnerschaft zwischen Kundl und Wörgl in Tirol und Suwa- Shi in derPräfektur Nagano. Anlaß zu dieser Verbindung war die Tatsache, daß inKund ein großes biochemisches Werk ansässig ist, das vor allem in derPenicillinerzeugung tätig ist. Die ,, Biochemie Kundl" sah bereits in denspäten 50er Jahren die Möglichkeit, durch die Lizenzerteilung für dieHerstellung von Penicillin geschäftliche Verbindungen zu Japan herzustel-len. Über diese Beziehungen hinaus sollten jedoch auch persönliche undkulturelle Kontakte gefördert und daher eine Partnerschaft begründet wer-den. 1960 konnten die Lizenzen schließlich an Japan verkauft werden undgleichzeitig kam es am 27.9. zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertra-ges. Einer der Höhepunkte in der Beziehung der beiden Städte war derBesuch einer Delegation aus Suwa im Jahre 1968, der neben dem Bürger-meister Setsuji Iwamoto vor allem der Präsident des Uhren- KonzernesSaiko, Hideho Yoshida, angehörte.
Suwa zählt ca. 50.000 Einwohner und ist 204 km nordwestlich von Tokyoam Ufer des Suwa Sees gelegen. In Suwa- Shi ist vor allem Präzisionsindu-strie angesiedelt, die auf die Herstellung von Uhren und optischen Gerätenspezialisiert ist. Daneben zählt die Stadt aber auch zu den touristischenZentren. Die hohen Berge der Umgebung werden für den Wintersportgenutzt, und viele Besucher suchen die Thermalquellen in Suwa auf oderpilgern zu den berühmten Shinto- Heiligtümern von Shimo und Kami Suwa.Neben dem allgemeinen Wunsch Soichiro Oharas, des Präsidenten derÖsterreichisch- Japanischen Gesellschaft in den 50er Jahren, Verbindung miteiner Stadt im Heimatland Mozarts herzustellen, und persönlichen Grün-den- Ohara stammte aus Kurashiki und der spätere Präsident der Österrei-chisch- Japanischen Gesellschaft, Altbundeskanzler Julius Raab, aus St.Pölten waren es darüber hinaus wirtschaftliche Überlegungen, die zurWahl zweier weiterer Schwesternstädte beitrugen. Sowohl in St. Pölten, derheutigen Hauptstadt Niederösterreichs, als auch in Kurashiki, PräfekturOkayama, finden sich Glanzstoff- Fabriken, die auf die Erzeugung vonReyon spezialisiert sind. Kurashiki, 150 km östlich von Hiroshima am Meergelegen und früher berühmt für seinen Reis und seine Sake- Erzeugung,verfügt über eine reizvolle Altstadt. Entlang des kanalisierten KurashikiFlusses liegen kleine Holzhäuser in traditionellem Stil, die heute vor allemMuseen und Kunsthandwerksbetriebe beherbergen und ein vielbesuchtesTouristenziel darstellen. Daneben ist Kurashiki- shi aber auch ein bedeuten-des Industriezentrum mit petrochemischen sowie eisen- und stahlerzeugen-den Betrieben, die zu großen Umweltbelastungen geführt haben und vorallem bezüglich der Luftverschmutzung ein ernstes Problem für die Stadtdarstellen.
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