Skifestival veranstalteten und direkt vor den Toren des Hotels, mitten inShinjuku, eine Plastikpiste errichteten und Skikurse abhielten.
5.2. Persönliche Kontakte
Einzelnen Personen aus Österreich, die sich in Japan aufgehalten haben,kommt beim Zustandekommen von Partnerschaften besondere Bedeutungzu, wobei abermals der Skisport ein wichtiges Element darstellt.
―
Wie oben bereits erwähnt, hat sich so etwa Hannes Schneider, Skilehreraus St. Anton am Arlberg, auf Einladung von Professor Kuniyoshi Obara,Direktor der Universität Tamagawa, 1930 in Japan aufgehalten, um dendortigen Skilehrern Unterricht in österreichischer Skitechnik- der ,, ArlbergTechnik"- zu geben. Während seines vierwöchigen Aufenthalts absolvierteer in drei Wochen 20 Vorträge, 6 Skikurse, 3 Radiovorträge, die vierte Wochewar Besichtigungen gewidmet. Schneider, ein Bauernsohn aus Stuben amArlberg, hatte seinen eigenen schnellen, sportlichen Stil entwickelt, der vorallem beim Slalom erfolgreich war. Seit seinem 17. Lebensjahr arbeitete erals Skilehrer in St. Anton und wurde 1920 von Dr. Arnold Franck eingela-den, an den Filmen ,, Wunder des Schneeschuhs" und ein Jahr später-,, Fuchsjagd im Engadin" mitzuwirken. Diese beiden Filme waren in Japanebenso bekannt wie ein von Schneider verfaßte Skilehrbuch. Hört man, wie vielAnhänglichkeit Hannes Schneider in Nozawaonsen entgegengebracht wird,mag es überraschen, daß der ganze Japan- Aufenthalt Schneiders nur vierWochen dauerte und er sich davon lediglich drei Tage in Nozawaonsen aufhielt.In diesen drei Tagen begeisterte er jedoch mit seinen kühnen Sprüngen undseinem ,, Stemmschwung" die Bewohner Nozawas nachhaltig. Letztlich wardieser kurze Besuch auch der Ausgangspunkt für die Verschwisterung derbeiden Orte St. Anton und Nozawaonsen. Erste Kontakte mit Österreich wurdenwohl schon damals geknüpft, waren jedoch, nicht zuletzt bedingt durch denZweiten Weltkrieg, während längerer Zeit unterbrochen. In den 50er Jahrenbesuchte dann Tadashi Katagiri, der damalige Trainer der japanischen Ski- Na-tionalmannschaft, erstmals St. Anton, um seine Skitechnik weiter zu vervoll-kommnen. Neben der offiziellen Partnerschaftsbeziehung, die im Jahre 1970eingegangen wurde, sind es im Fall von St. Anton und Nozawaonsen ganzbesonders persönliche Freundschaften, die eine überaus enge Beziehung ent-stehen ließen. 1971 kehrte Hannes Schneider zu einem Besuch nach Nozawazurück, wo er auch mit Tadashi Katagiri zusammentraf. Eine der Folgen diesesTreffens war, daß der Sohn Tadashi Katagiris, Mikio, der heutige Cheftrainerder japanischen Skifahrer- Equipe, das österreichische Skigymnasium in Stamsbesuchen konnte und sich Herr Sugyama, ein Cousin, drei Jahre in St. Antonaufhielt. Über die weiteren persönlichen Kontakte soll später noch ausführ-
licher berichtet werden.
22
22