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Konnichi wa Österreich : Ortspartnerschaften zwischen Österreich und Japan
Entstehung
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integriert. Außerdem ist in diesem Quartier eine Mittelschule und dasstädtische ,, Historische Museum" untergebracht. Baumeisterin Lastofkaverstarb am 25.7.1990 vollkommen unerwartet. Ihr Grab in Grillenberg beiBerndorf wird von den japanischen Delegationen aus Ohasama regelmäßigaufgesucht, wodurch ihre Leistung für die Ortspartnerschaft offizielle An-erkennung und Würdigung erfährt( Kulturabteilung, G. und H. Elmer,Berndorf).

Wie es um dieses Bauernhaus heute steht, konnte bedauerlicherweisenicht herausgefunden werden.

In Myoko- Kogen bestand der Plan, ein ganzes Österreich- Dorf zu errich-ten. Eine größere Anlage sollte gebaut und typisch österreichische Spezia-litäten als Fremdenverkehrsattraktion angeboten werden. Das Projekt schei-terte jedoch aus finanziellen Gründen.

6.1.5. Andere sichtbare Zeichen

Der immer wieder und oft geübte, Ereignisse illustrierende Brauch derBaumpflanzung findet sich auch als zeremonieller Bestandteil im Zusam-menhang mit Ortspartnerschaften.

So hat eine Delegation aus Joetsu 1981 in Lilienfeld einen Kirschbaumgepflanzt. Auf der Donauinsel wurden anläßlich der Taufe der ,, Setagaya-Bucht" zehn Kirschbäume zur Erinnerung eingesetzt, und auch in Noza-waonsen wurden Bäume aus St. Anton gepflanzt.

Eine ähnliche Geste setzte der erste Wiener Gemeindebezirk anläßlichseiner Verschwisterung mit Taito- ku. Ein Lindenbaum wurde in den Parkeiner Volksschule des Bezirkes, der Kinryu Schule, gepflanzt und mit einerTafel versehen, die auf die Verbindung der beiden Bezirke hinweist.

In Myoko- Kogen wurde anläßlich des Besuches einer Delegation ausBadgastein am 30.9.1986 ein Baum gepflanzt. ,, Die gesamte Stadt war mitösterreichischen und Badgasteiner Fahnen geschmückt. Ein Baum, den dieösterreichische Delegation mitgebracht hatte, wurde in einer feierlichenZeremonie gepflanzt."( Linhart, Schmid 1990, S. 144)

Nicht nur ein einzelner Baum, sondern ein ganzer Garten ist hingegen inWien- Döbling neben dem neugebauten Pensionistenheim des ,, Kuratoriumsder Wiener Pensionistenheime, e.V." auf dem Gelände des ehemaligenSommerbades ,, Hohe Warte" als sichtbarer Ausdruck einer Bezirkspartner-schaft entstanden: ,, Noch heuer, im Herbst, sollen(...) die Erdarbeiten fürein großzügiges Geschenk aus dem fernen Osten beginnen. Wie berichtet,plant Döblings Schwesterbezirk in Tokyo, Setagaya, einen japanischenTeegarten auf 6.000 Quadratmetern in Wien zu errichten. Das öffentlichzugängliche Grünparadies wird einen Wasserfall, zahlreiche Brücken, sowieeinen der Tradition entsprechenden japanischen Pavillon beherbergen. Pas-

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