Das Ufer des Edo- Flusses, das den Stadtteil Datsushiko im Nordostenbegrenzt, erinnert an das ehemalige Überschwemmungsgebiet und wirdnicht nur von Spaziergängern, Radfahrern und Anglern frequentiert, sondernbietet auch sportlichen Veranstaltungen Platz. Neben den Brücken für Ei-senbahn und Autoverkehr, die den Fluß überspannen, besteht auch dieMöglichkeit, mit einer Fähre überzusetzen, ähnlich wie das an der Donauder Fall ist die Assoziation mit der Wiener Donauinsel stellt sich nicht vonungefähr ein( Kausel 1991)!
Einem Großteil der Bevölkerung des Tokyoter Bezirks Katsushika istnatürlich die Partnerschaft mit Floridsdorf nicht bewußt, andere meinen,diese bestünde zwischen Katsushika und Wien, wobei die Schwierigkeit,den Namen ,, Floridsdorf" auszusprechen bzw. sich überhaupt zu merken, zudieser falschen Zuordnung führen mag- diese Ansicht vertraten zumindestmeine japanischen Gesprächspartner. In Wien wird in den verschiedenenBezirkszeitungen immer wieder über Aktivitäten berichtet, die in Zusam-menhang mit der Partnerschaft stehen, so daß nach Meinung des Bezirks-vorstehers die Floridsdorfer Bürger über diese Partnerschaft informiert sind.Wenn explizite Reaktionen erfolgen, so Herr Landsmann, seien sie zudemimmer positiv.
Auch in der Verbindung von Myoko- Kogen und Badgastein haben gewis-se Ähnlichkeiten der Orte grundsätzliche Bedeutung. So erhielt im Frühjahr1985 die Gemeinde Badgastein ein Schreiben des Bürgermeisters von Myo-ko- Kogen, Katsumi Takeda, in dem sie ersucht wurde, eine Partnerschafteinzugehen. Der Wunsch, gerade mit Badgastein in eine nähere Beziehungeinzutreten, wurde damit begründet, daß beide Orte Kur- und vor allemWintersportorte sind. Myoko- Kogen liegt, ca. drei Stunden von Tokyoentfernt, am Fuße des Berges Myoko, eines erloschenen Vulkans, der guteSkilaufmöglichkeiten bietet, und verfügt daneben über heiße Schwefelquel-len, die seinen Ruf als Kurort ausmachen.
Eine interessante Facette der topographischen Entsprechung scheint mirauch der ausdrückliche Wunsch des Bürgermeisters von Ohasama der Part-nerstadt von Berndorf im Triestingtal gewesen zu sein, eine ,, kleine" Stadtmit 8.000 bis 15.000 Einwohnern zu finden, in deren Umkreis, etwa 30 bis40 km entfernt, ein etwa 2000 m hoher Berg liegt, auf dem Edelweiß zufinden sind.
Gewisse landschaftliche Ähnlichkeiten und, wie wir gesehen haben, auchSpezialitäten der ,, verehrten" Flora können also wiederkehrende Motive fürdie Entstehung einer Ortspartnerschaft sein und bewußt als Verbindungse-lemente angesehen werden.
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