Suwa, 1960 anläßlich einer Ansprache zum Abschluß des Partnerschaftsver-trages mit Wörgl aus( Franke 1991, S. 152- 153). Er setzte fort: ,, Späterwurde dieses ursprüngliche Ziel etwas geändert und daraus wurde eineinternationale Freundschaft in weitem Sinn, ein Kulturaustausch, gegenseitigesVerständnis, und zwar nun nicht mehr( nur) zwischen Amerika und Europa.(...)Heutzutage ist diese Bewegung bereits in 50 Ländern verbreitet."
Städtepartnerschaften sind heute Teil des politischen Alltags. ,, In ihnen sollsich der Wunsch und Wille der Völker nach Kooperation, Integration, Friedenund Entspannung verkörpern. Der Gedanke gegenseitiger Solidarität soll geför-dert und ein Verständnis des Fremden angeregt werden. Interkulturelle Bezie-hungen der Menschen unterschiedlicher Nationen sollen Vorurteile, Miẞver-ständnisse und Haß mindern."( Lutz 1988, S. 343) Dieses Programm mag vorallem für die Vielzahl der Partnerschaften zwischen deutschen und französi-schen Orten als Motiv gedient haben und Ausdruck des Wunsches sein, dietiefen Gräben, die die beiden Weltkriege innerhalb Europas verursacht haben,überwinden zu helfen. Doch auch bei diesen innereuropäischen Verbindungenstellt Lutz fest, daß ,, trotz unbestritten guter Ansätze und Entwicklungen, dieBeziehungen zwischen Menschen zu fördern, Verstehen und Solidarität zuentfalten, Städtepartnerschaften insgesamt doch eher auf der Ebene formalerKontakte zwischen Institutionen zu erstarren( scheinen)"( Lutz 1988, S. 343).
Laut einer Erhebung( Franke 1991, S. 20, 67) existierten in Österreich1989 gezählte 323 Partnerschaften. Der Großteil dieser Beziehungen warmit Orten in Deutschland eingegangen worden( 250), 73 bestanden mitanderen österreichischen Gemeinden( sind also streng genommen keinePartnerschaften im Sinne der Richtlinien des Rates der Gemeinden Euro-pas), 41 mit Italien, 29 mit Frankreich, 19 mit( dem ehemaligen) Jugoslawi-en und 12 mit Japan. Japan folgte damals also bereits an 6. Stelle, noch vorden Niederlanden und Ungarn mit jeweils 9 Partnerschaftsbeziehungen, denUSA mit 7 und Belgien mit 6.
Chronologisch betrachtet, läßt sich feststellen, daß die größten diesbezügli-chen Aktivitäten in den 70er Jahren entfaltet wurden, als man 202 Partner-schaftsverträge abschloß; in den 80er Jahren wurden 144 Abkommen unter-zeichnet, in den 60er Jahren 69 und in den 50er Jahren 11( Franke 1991, S. 68).Von den österreichischen Bundesländern haben niederösterreichischeGemeinden die meisten Partnerschaftsverträge abgeschlossen, nämlich 87Gemeinden 118 Verträge, es folgen die Gemeinden Oberösterreichs( 63/82),Kärntens( 50/85), der Steiermark( 41/58), Tirols( 31/45), Salzburgs( 22/28),des Burgenlands( 22/23) und zuletzt schließlich Vorarlberg mit 7 Gemein-den und 8 Verträgen, davon 2 mit Österreich, 3 mit Deutschland, 1 mitItalien, 1 mit Irland und 1 mit Israel( Franke 1991, S. 66).
Zwischen Japan und Österreich bestehen bis zum gegenwärtigen Zeit-punkt( August 1991) 19 Partnerschaften, davon drei zwischen Wiener undTokyoter Bezirken.
15