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OLAF UND PETRA BOCKHORN, WIEN
, Volkskultur" und Tourismus im„ Nationalpark Hohe Tauernin Tirol" aus der Sicht lokaler Berichterstattung
1. VON DEN VORNEHMEN* AUFGABEN EINES NATIONALPARKSBegonnen sei mit zwei Zitaten:
,, Alpenländischen Kulturen droht der Verfall durch Überfrem-dung. Die planlose Entwicklung des Alpenraumes in den letz-ten zwei Jahrzehnten hat neben der Störung oder Zerstörungdes jahrhundertealten, gewachsenen Gemeinschaftslebens undherkömmlicher Traditionen- besonders in den Bergdörfern undin den verkehrsnahen Alpentälern mit Massentourismus auchzu einem drohenden Verfall überkommener Kulturen oder zuderen Verfälschung durch das Fremdenverkehrsgewerbe geführt.Auch angebliche Gegenströmungen- z. B. Trachtenerhaltung,Vereine, Unterhaltungskapellen, Dorfbühnen, Kunsthandwerkhaben diese unerfreuliche Entwicklung eher begünstigt. DerÜberfremdung wurde durch kitschige, Folklore' und vermeintli-che, Volkstümlichkeit und gar durch farblose, Internationalität'Vorschub geleistet. Dem muß ebenso sachkundig wie entschlossenentgegengetreten werden, wenn nicht auf lange Sicht auch nochder Bildungs- und Erholungswert der reichen alpenländischenKulturen in ihren vielgestaltigen Erscheinungsformen verlorengehen soll" 1.
* Wir gestehen freimütig: das Wörtchen, vornehm' stammt aus einer Nationalpark-broschüre, wird dort im Superlativ gebraucht und bezieht sich auf: Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum,Volkskultur, Tradition. Für Zitatauswahl, Formulierung und Inhalt des Beitrageszeichnen wir gemeinsam verantwortlich, die vorherige Sichtung der Zeitungen sowieder einschlägigen Literatur hat P. B. vorgenommen.
1 Alpenschutz- Programm der Naturfreunde, Bundesgruppe Deutschland, Verband fürTouristik und Kultur, 1982, Pkt. 7: Alpenländische Kulturpflege. Zitiert in: PöllingerBriefe. Mitteilungen der Arge Region Kultur, Nr. 13/1986, S. 10-12, hier S. 10.