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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
Seite
325
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DOROTHEA JO. PETER, NEULENGBACH

Entwicklung einer Ferienhüttenkolonie¹Probleme und Chancen im Rahmen individuellerFreizeitbewältigungsstrategien

Beim nachfolgenden Beitrag handelt es sich um eine Lokalstudie, die the-matisch zwischen Schrebergärten und Sommerfrische angesiedelt ist unddaher in bezug auf die hier behandelte spezifische Form des Tourismusein wenig aus dem Rahmen dieser Tagung fällt. Es soll auf die Wechsel-wirkung zwischen Erholungsregion und Erholungssuchenden eingegangenwerden, allerdings vor allem aus der Sicht der letzteren. Ich will anhandeines Fallbeispieles zeigen, was es für Menschen bedeuten kann, wenn siein ihrer Freizeit2 endlich das erleben können, wovon so viele träumen:

1 Im folgenden werden die Worte Freizeit-, Ferien- und Wochenendhütten( kolonie)synonym verwendet werden, was mir in diesem Fall berechtigt erscheint, weil dieNutzung der Hütten im Untersuchungsgebiet nicht klar festgelegt ist. Die am ehe-sten offizielle Bezeichnung( laut Flächenwidmungsplänen) wäre wohl, Wochenend-hütten", doch trifft sie m. E. nicht eindeutig zu.

2

Im Bewußtsein um die Problematik des Freizeitbegriffes und die vielfältigen Frei-zeitdefinitionen möchte ich mich in diesem speziellen Fall jenem Freizeitbegriff an-schließen, der diese im Gegensatz zur Erwerbsarbeitszeit definiert. Zwar ist auchdies keine befriedigende Entscheidung, da aus einer solchen Definition Personen-gruppen wie Schulpflichtige, Nur"-Hausfrauen und Pensionist/ inn/ en herausfallen,denen somit gleichsam unterstellt wird, sie hätten gar keine andere Zeit als Freizeit,was natürlich nicht stimmt. Eine Anlehnung an genannte Freizeitdefinition erscheintmir aber insofern vertretbar, als die Zeiten, in denen die von mir untersuchte Er-holungsregion durchwegs aufgesucht wird, mit Urlaub, Ferien, Wochenenden sowiegelegentlich Feierabend zusammenfallen und somit über die Arbeitszeit bestimmtwerden. Ausnahme sind hier wieder Pensionist/ inn/ en, die aber ebenfalls über ihre( ehemalige) Berufstätigkeit definiert sind. Vgl. zur Freizeitproblematik u.a.: GeorgAssmann u. a.( Hg.): Wörterbuch der Marxistisch- Leninistischen Soziologie. Ber-lin 1977, S. 193ff; Werner Fuchs u. a.( Hg.): Lexikon zur Soziologie. Opladen 1973,S. 212f; Gerhard Huck( Hg.): Sozialgeschichte der Freizeit. Untersuchungen zumWandel der Alltagskultur in Deutschland. Wuppertal 1980, S. 8ff; Meyers Enzy-klopädisches Lexikon, 9. neu bearb. Aufl., Bd. 9, Mannheim- Wien- Zürich 1973,

S. 406.