daß so unsere Person und ebenso dein Propst in unserm zeitlichen Wohl-ergehen und in der Gesundheit unserer Körper hart geschädigt würden¹)."Und er verbietet dem Mönche, Messe zu lesen, die vier Wände des Klosterszu verlassen und mit Laien oder Weltgeistlichen zu reden, bis nach seinerUnterwerfung ein neuer Beschluß gefaßt sein werde; für den Fall desUngehorsams droht er ihm mit dem Ausschlusse aus dem Kloster( Monu-menta Corbeiensia, ed. Ph. Jaffé in Bibl. rer. germ., I, Berolini, 1864,293 f.²).
Noch in demselben Jahrhundert klagt der selige Petrus Cantor( Pierrele Chantre), Lehrer und Kantor an der Pariser Universität, in seinemVerbum abbreviatum( cap. 29: Contra missas multarum facierum):Das hohe Sakrament ist in Zauberkunst verkehrt worden, indem Messenüber Wachsbilder gelesen werden, um die( durch die Bilder dargestellten)
¹) Die Missa de sancta Trinitate( Güldene Messe) war seit dem neuntenJahrhundert als Votivmesse, d. h. als eine einem besondern Anliegen gewidmeteMesse, üblich.
2) Diesem historischen Faktum ist vielleicht ein literarisches Fiktum zu ver-gleichen, das der Magister Odo von Ceritona( Cheriton) erzählt, der in der erstenHälfte des dreizehnten Jahrhunderts gelebt hat( Thomas Wright, A Selection ofCorlton, 26 Latin Stores, London, 1842, 49, Hervieur, IV, 178; vgl. J. A. Herbert, Catalogueof Romances, III, London, 1910, 35, 38, 42, 46): Ein Abt gab seinen Mönchen dreiGerichte. Sagten die Mönche:„ Der gibt uns zu wenig zu essen; bitten wirGott, daß er bald sterbe." Und sei es aus diesem, sei es aus einem andern Grunde,er starb, und an seine Stelle kam ein anderer, und der gab ihnen nur zweiGerichte. Erbost und traurig sagten die Mönche:„ Nun müssen wir mehr beten;weil uns ein Gericht entzogen ist, entziehe ihm Gott sein Leben." Endlich starber, und es kam ein drikker; der entzog ihnen zwei. Erbost sagten die Mönche:„ Dasist der schlechteste von allen, weil er uns verhungern läßt; bitten wir Gott, daßei bald sterbe." Sagte ein Mönch:„ Ich bitte Gott, daß er ihm ein langes Lebenschenke und ihn uns erhalte." Verwundert fragten die andern, warum er sospreche, und er sagte:„ Ich sehe, daß der erste schlecht war, der zweite schlechterund der drikke der schlechteste ist, und ich fürchte, es wird, wenn er stirbt, noch einschlechterer kommen, der uns durch Hunger vollends umbringt.". Man bemerkt,daß diese Fabel nur eine Bearbeitung der Geschichte von dem Tyrannen Dyonisund dem alten Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib bei Valerius Maximus( VI, 2, ext. 2) ist, und so kann siewohl, ebenso wie deren sonstige Ableitungen eine Reihe solcher ist bei Köhler,II, 361 f. und 560 angeführt als Beleg für den Gebrauch oder den Unfug desTotbetens kaum herangezogen werden.
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