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Erlesenes
Entstehung
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al isrā'īlijāt, von dem freilich nur Auszüge erhalten sind¹), hat wohl einejüdische Vorlage gehabt, und tatsächlich findet sich denn auch die Geschichteim Midrasch( Bereschith Rabba 92, 2), wo sie nach der Übersetzung vonMicha Josef bin Gorion(= M. J. Berdyczewsky), Die Sagen der Juden,Frankfurt a. M., 1919 f., III, 107 lautet: Rabbi Abbin sagte: PotipharsWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib führte Joseph von Gemach zu Gemach und von Kammer zu Kammer,bis sie ihn auf ihr Lager brachte. Darüber aber befand sich der von ihrangebetete Götze. Da nahm sie ein Leintuch und verhüllte das Bild. Josephsagte: Du verdeckst deinen Abgott, damit er deine Sünde nicht schaue;von unserm Herrn aber heißt es, daß seine Augen alle Lande durchziehen."Das alles ist, auch wenn, wie fast selbstverständlich, Glieder fehlen,literarische Tradition, die aber den Arabern und Persern ebenso geläufigwurde, wie sie es den Juden war, und wir wundern uns keineswegs, daßsie mit der Volkstradition von der Identität des Bildes mit dem Dar-gestellten gemeinsam läuft, obwohl nicht nur die Juden, sondern auch dieMohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedaner dem Bilderdienst entsagt hatten; von dem Haus-gotte Labans, den ihm die Tochter stiehlt, bis zu dem Götzen von PotipharsWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib ist nur ein kleiner Schrift: die Gattin des Patriarchen und die Ver-führerin ihres Sohnes haben dieselbe Auffassung von dem aus Holz oderStein geschaffenen Gotte, und die geschriebene und die ungeschriebeneÜberlieferung pflanzt sie fort durch die Jahrhunderte. Denn sie ist stärkerals die geoffenbarten Religionen.

Aus dem Lande des Ostens, wo Laban mit Josephs frommer Mutterhauste, und aus dem alten Ägypten der unzüchtigen Suleicha führt uns dasSchnellste, was es in der Welt gibt, der Gedanke, in das Wien vor hundert dJahren. 1819 hat sich dort ein Dichter, der Stoffe und Charaktere fürkünftige Werke aufzeichnete, angemerkt: Wie sie froßzig war den ganzenAbend und höhnisch fast und unhöflich, beim Fortgehen aber das Licht aufden Boden setzte und sprach: ich muß dich küssen, und mich nun umfingund an sich drückte mit all der verzehrenden Glut der Leidenschaft und desVerlangens. Studiere diesen Charakter genau. Dem Dichter kommt nichtleicht ein interessanterer vor." Und Jahre später, als er mit der Vorarbeitzu einem neuen Drama beschäftigt war, schrieb der Dichter wieder:, Im

¹) über ihn, dem Victor Chauvin die Autorschaft einer ganzen Reihe vonErzählungen der Tausend und einen Nacht zuschreibt, vergleiche dessen Récensionégyptienne des Mille et une nuits, Bruxelles, 1899, 17, 55 f.

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