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setzung dienen: Einige Zeit nachher, gieng der König, mit einem seinerGünstlinge, im Garten zu Sanssouci spazieren, sah nach dieser Windmühle,und sagte: mich ärgert, daß dieser Kerl mir seine scheüßliche Windmühlenicht hat abstehen wollen. Der Günstling wußte, in welchem Übermaaß derKönig Vergoldungen liebte, und erdreistete sich zu antworten: lassen EüerMajestät diese Windmühle vergülden! Der König erwiederte nichts aufdiese Inpertinenz. Diese Vorliebe Friedrichs für Vergoldungen stelltübrigens auch Christoph Friedrich Nicolai fest, der in den von 1788 anerschienenen Anekdoten von König Friedrich dem Zweiten von Preußen( V, 53) sagt: Soviel erzählte er( der König) einmal bey der Tafel: daßer zu den Vergoldungen in diesem Schlosse( bei Sans- Souci) 70.000 Rthlr.in Speziesdukaten gegeben habe." Für diese Bemerkung beruft sich Nicolaiauf die Autorität des Marquis d'Argens, und auf einer Mitteilung des-selben Mannes beruhen auch die drei Beispiele von des Königs Gefühlfür Billigkeit", die Nicolai im 3. Hefte seiner Anekdoten( 263 f.) erzählt;das zweite lautet:

Es war dem Könige verdrießlich, daß die Allee zum Haupteingangevon Sanssouci bey der Anlage nicht anders konnte geführt werden, alsdaß sie einen Winkel macht. Es wurden bey der Tafel des Königs vonseinen Günstlingen verschiedene Vorschläge gethan, wie solchem abzuhelfenwäre. Die Schwierigkeit lag vorzüglich in der unüberwindlichen Liebe einerarmen Frau zu ihrem kleinen Hause, einem Erbstücke, welches sie um keinenPreis dem Könige verkauffen wollte. Der General Graf Rothenburgbehauptete: der König könne sie zwingen, einen dreyfachen Ersatz desWerths, oder ein viel besseres auf einer andern Stelle dafür anzunehmen.D'Argens ward hierüber aufgebracht, und behauptete mit der ihm eigenenprovenzalischen Lebhaftigkeit: Die Könige dürften niemanden das Seinige,auch gegen bessern Ersatz, mit Gewalt nehmen; denn sonst könnte man esauch bald von einem Hause auf die Frau und Tochter eines Mannesanwenden, wo offenbar der mehrere Werth an Gelde nicht das Verloreneersetzt. Der König sagte: d'Argens hat Recht." Die Allee macht nochjetzt einen Winkel.

1769, zwei Jahre vor seinem Tode, hat der Marquis d'Argens Berlinverlassen; Nicolai muß also das Geschichtchen fast zwanzig Jahre lang imGedächtnis oder in Niederschrift herumgetragen haben, bevor er der imJuli 1787 von Zimmermann an ihn ergangenen Aufforderung, die ihmbewußten Anekdoten von Friedrich herauszugeben, Folge zu leisten begann.

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