Druckschrift 
Emotional turn?! : europäisch ethnologische Zugänge zu Gefühlen & Gefühlswelten : Beiträge der 27. Österreichischen Volkskundetagung in Dornbirn vom 29. Mai - 1. Juni 2013
Entstehung
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erwähnen- davon aus,, dass alle Emotionen mit zugehörigen, dinglichen Kor-relaten gekoppelt sind, also emotionale Konnotationen haben: Jeder Gegen-stand( oder doch fast jeder) der äußeren Welt und jedes erinnerbare Ereignisverweisen auf Gefühle, die sie auslösen( oder besser: als deren Auslöser sie er-lebt werden)." Was im Folgenden versucht wird, ist allerdings, äußere und inne-re Welt ebenso wenig in scharfen Kontrast zueinander zu setzen wie im Innerenerlebte Gefühle zum nach außen gerichteten Ausdruck bzw. reines Gefühl zumateriellen Interessen oder strategiebezogenem Handeln.³

In Materialien zum Tiroler Tourismus lassen sich Aussagen zu solchemstrategiebezogenem Handeln, sprich zum ganz gezielten Einsatz von Emotio-nen, über einen relativ langen Zeitraum hinweg verfolgen. Gemeinsam habensolche Aussagen, dass zwischen echten und unechten Gefühlen unterschiedenwird und so auch die Möglichkeit der relativ präzisen Unterscheidung im-pliziert wird. Ein Beispiel dazu aus dem Informationsblatt des Verbandes derTiroler Privatvermieter von 1965:

Der Gast, der ins Privathaus kommt, erwartet einen freundlichen, persönli-chen Umgang. Er sollte sich hier daheim fühlen. Um dies geben zu können,ist es sicher notwendig, daß man sich in die Situation des Gastes versetzt.Häufig kommt er von der Hast und dem Lärm einer Großstadt; er bedarfnach dem Arbeitsjahr einer echten Erholung; mancher hat auch lange ge-spart, um es sich leisten zu können. Freundlichkeit, die nur um des Geldeswillen, das ins Haus kommt, gegeben wird, dürfte kaum echt wirken- siesollte aus einem persönlichen Verstehen entspringen.10

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Vgl.: Arnold Gehlen: Urmensch und Spätkultur. Bonn 1956. Die Vorlesung zum Thema,, Emotion und Gedächtnis", in dem Alois Hahn auf die Ähnlichkeit der theoretischen Ansätzehinwies, fand am 10. Dezember 2008 im Rahmen der Niklas- Luhmann- Gastprofessur an derUniversität Bielefeld statt. Vgl. dazu: Vorlesung von Niklas- Luhmann- Gastprofessor AloisHahn,

http://www.uni-bielefeld.de/fbghs/von_uns/sehen/vortraege.html( Zugriff: 22.8.2013).Alois Hahn: Soziologie der Emotionen. In: Workingpaper des Soziologischen Seminars02/2010. Soziologisches Seminar der Universität Luzern. Juli 2010, S. 8, http: //www.unilu.ch/ files/ Alois- Hahn_Soziologie- der- Emotionen.pdf( Zugriff 12.7.2013).

Vgl. dazu: Anne- Charlott Trepp: Gefühl oder kulturelle Konstruktion? Überlegungen zurGeschichte der Emotionen. In: Querelles. Jahrbuch für Frauenforschung 7, 2002, S. 86-103,S. 87. Im Übrigen müsste auch gegen ein striktes Gegenüberstellen von materieller zugeistiger Kultur Stellung bezogen werden. Vgl. dazu z.B.: Andrea Hauser: Sachkultur odermaterielle Kultur? Resümee und Ausblick. In: Gudrun M. König( Hg.): Alltagsdinge. Erkun-dungen der materiellen Kultur(= Studien und Materialien des Ludwig- Uhland- Instituts derUniversität Tübingen, Bd. 27). Tübingen 2005, S. 139-150, hier S. 143.

Als solche wurden neben selbst generierten Quellen wie den Transkripten zu fast 100narrativ- biografischen Interviews und informellen Gesprächen, Protokollen zur teilnehmen-den Beobachtung und Feldfotos vor allem Werbematerialien, wissenschaftliche Studien,Statistiken, Gesetzestexte, private Filme und Fotos, Lehrfilme sowie Tourismusmagazine, dieTagespresse und die Informationsblätter des Verbandes der Tiroler Privatvermieter herange-zogen. Berücksichtigt wurden speziell Vergegenständlichungen aus dem Feld.

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