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Emotional turn?! : europäisch ethnologische Zugänge zu Gefühlen & Gefühlswelten : Beiträge der 27. Österreichischen Volkskundetagung in Dornbirn vom 29. Mai - 1. Juni 2013
Entstehung
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legender Raumbezug die Möglichkeit zur Orientierung, die herzustellen derMensch jedoch selbst verantwortlich ist. Um das In- der- Welt- Sein als ein Woh-nen im inkludierenden Modus von Geborgenheit zu bewerkstelligen, verfügtder Mensch mit seinem Leib, dem eigenen Haus sowie der ihn umschließendenUmwelt über drei Eigenräume. Die mit Hilfe dieser drei Eigenräume psychischsehr eng gestaltbare Verbindung zwischen Mensch und Raum ist jedoch nichtvon Geburt an vorhanden. Wohnen, verstanden in diesem tieferen Sinne, istnichts, was der Mensch mit seiner Geburt bereits hat; vielmehr ist er diesesWohnen und dieses Geborgensein zunächst der Möglichkeit nach, die entfaltetund entwickelt werden muss."

Entsprechend vollzieht sich Bollnow zufolge dieses in tieferem Sinne ver-standene Wohnen als biografischer Prozess, der das Verhältnis zum Raum invier sich überlagernden und überschneidenden Modalitäten generiert:

1. das naiv- kindliche Geborgensein im Raum;

2. der Zustand der Heimatlosigkeit oder Unbehaustheit", in dem sich derMensch im Raum verloren findet;

3. die ,, Aufgabe der Wiederherstellung der Geborgenheit durch die Errich-tung des Hauses", durch die ein von der Außenwelt abgesonderter Innen-raum entsteht;

4. die weiterführende Aufgabe der Überwindung der Versteifung im festenGehäuse" und die Wiedergewinnung einer Geborgenheit im umgreifen-den Raum.8

Während dieser schritthaften Umsetzung seines Raumverhältnisses steht derMensch beständig in einem Spannungsverhältnis zwischen Verortung und Auf-dem- Weg- Sein. Das heißt: er pendelt bzw. oszilliert zwischen einem fehlendenoder falschen Ortsbezug- einem Nicht- Wohnen einerseits und einem fal-schen, weil selbstbeschränkend versteiften" Wohnen andererseits und suchtsich auf diese Weise während seines biografischen Verlaufs seine Heimat.

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Die philosophischen Konzepte einer weltbezogenen Grundverfasstheitdes Menschen- und insbesondere das in einen biografischen Strukturzusam-menhang gebrachte Konzept von Bollnow- korrespondieren nun mit der auskultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive registrierbaren Lebenswirk-lichkeit des Menschen. Denn namentlich in den vom europäisch- nordameri-kanischen Kulturstil geprägten Lebensverhältnissen wird das Interpretament

7 Karen Joisten: Zur Heimat" verurteilt? In: Der blaue Reiter 23, 2007, H. 1, S. 40-45, hierS. 42.

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Bollnow( wie Anm. 6), S. 306 f.( Zitate).

9 Bollnow( wie Anm. 6), Joisten( wie Anm. 7); dies.: Woher komme ich? Wohin gehe ich?Oder: Eine Annäherung an das Phänomen Heimat aus der Sicht der narrativen Philoso-phie. In: Herbert van Uffelen u.a.( Hg.): Heimatliteratur 1900-1950- regional, national,international. Wiener Schriften zur niederländischen Sprache und Kultur, Bd. 5. Wien 2009,S. 39-54-

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