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Emotional turn?! : europäisch ethnologische Zugänge zu Gefühlen & Gefühlswelten : Beiträge der 27. Österreichischen Volkskundetagung in Dornbirn vom 29. Mai - 1. Juni 2013
Entstehung
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Der Literaturwissenschaftler Thomas Anz hat sich mehrfach mit diesemAufschwung befasst.10 Selbst die Psychologie habe sich, so Anz, aufgrund ih-rer kognitiven Fokussierung lange der Erforschung von Emotionen verweigert.Dennoch entsteht dort das Bewusstsein dieses Defizits am frühesten. 1980 riefKlaus Scherer in einem Wider die Vernachlässigung der Emotion in der Psychologiebetitelten Kongressbeitrag vehement zur Beseitigung desselben auf." Es solltejedoch noch etwas dauern, ehe dieser Forderung Folge geleistet wurde. AbEnde der 1980er- Jahre erweckt das Thema, insbesondere der Zusammenhangvon Denken und Fühlen dann gleich das Interesse mehrerer Disziplinen. So er-scheint 1987 Ronald de Sousas The Rationality of Emotion¹², in dem der Philosophzeigt, dass Gefühle ständig moralisch und rational bewertet[ werden], ande-rerseits[...] die vorentscheidende Basis rationaler Entschlüsse[ bilden]" 13. Auchder Neurophysiologe Joseph Ledoux14 entdeckt Anzeichen für eine Koevolutionvon Emotionalität und Rationalität" 15. Und die Philosophin und Psychothera-peutin Carola Meier- Seehofer hält in ihrem Buch Gefühl und Urteilskraft ein,, Plädoyer für die emotionale Vernunft. Kurz gesagt: Ulrichs Vision vom Zu-sammenhang von Denken und Fühlen hat endlich die Wissenschaften erfasst.

Ab der Wende zum dritten Jahrtausend erscheint in unterschiedlichen Dis-ziplinen eine Fülle einschlägiger Literatur." Verhältnismäßig spät steigen die

10 Thomas Anz: Plädoyer für eine kulturwissenschaftliche Emotionsforschung,http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=47&ausgabe=199902( Zugriff:18.1.2016); Ders.: Emotional Turn? Beobachtungen zur Gefühlsforschung, http: // www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10267&ausgabe-200612( Zugriff: 18.1.2016).Ich verdanke ihm wertvolle Hinweise.

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Klaus R. Scherer: Wider die Vernachlässigung der Emotion in der Psychologie. In: WolfgangMichaelis( Hg.): Bericht über den 32. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologiein Zürich 1980. Bd. 1. Göttingen u.a. 1981, S. 304-317.

Auf Deutsch: Ronald de Sousa: Die Rationalität des Gefühls. Frankfurt a. M. 1997.Anz( wie Anm. 10).

14 Joseph Ledoux: Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen entstehen. Wien 1998.

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Anz( wie Anm. 10).

16 Carola Meier- Seethaler: Gefühl und Urteilskraft. Ein Plädoyer für die emotionale Vernunft.München 1998.

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Nachstehend eine kleine Auswahl davon: Jürgen H. Otto, Harald A. Euler, Heinz Mandl( Hg.): Emotionspsychologie. Ein Handbuch. Weinheim 2000.- Claudia Wassmann: DieMacht der Emotionen. Wie Gefühle unser Denken und Handeln beeinflussen. Darmstadt2002.- Simone Winko: Kodierte Gefühle. Zu einer Poetik der Emotionen in lyrischen undpoetologischen Texten um 1900. Berlin 2003.- Christiane Voss: Narrative Emotionen. EineUntersuchung über Möglichkeiten und Grenzen philosophischer Emotionstheorien. Berlin2003. Achim Stephan, Henrik Walter( Hg.): Natur und Theorie der Emotion. Paderborn2003.- Alexander Kochinka: Emotionstheorien. Begriffliche Arbeit am Gefühl. Bielefeld2004.- Klaus Herding, Bernhard Stumpfhaus( Hg.): Pathos, Affekt, Gefühl. Die Emotionenin den Künsten. Berlin 2004.- Rainer Maria Kiesow, Martin Korte( Hg.): EGB- Emoti-onales Gesetzbuch. Dekalog der Gefühle. Köln 2005.- Martin Hartmann: Gefühle. Wiedie Wissenschaften sie erklären. Frankfurt a.M. 2005.- Oliver Grau, Andreas Keil( Hg.):Mediale Emotionen. Zur Lenkung von Gefühlen durch Bild und Sound. Frankfurt a.M. 2005.

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