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Chronik 1894 – 1945
Dezember 1896 hat der Verein 1139 angemeldete Mitglieder, von denen bisher1050 ihre Beiträge abgeführt haben. Von diesen gehörten 733Niederösterreich, 64 Mähren, 41 Böhmen, 36 Salzburg, 30Steiermark, 28 Oberösterreich, 26 Tirol, 15 Schlesien an, währendkleinere Bruchtheile auf die übrigen Länder entfielen. 63Corporationen( Lehrkörper, Vereine, Museen) befanden sich in derMitgliederzahl. Die„ Zeitschrift für österreichische Volkskunde" hatteeine Auflage von 1250 Stück und 880 Abonnenten; der 1. Jahrgangist Ende 1896 vollständig vergriffen.( Anzeiger 2, 1897, S. 7)
1897
29. Jänner- Jahresversammlung im alten Rathaussaal
31. Jänner
Eröffnung des Museums für österreichische Volkskunde: Wirhaben in diesem jungen Institut keine hoffnungsvollen Anfänge mehrvor uns[...], sondern dank der aufgewendeten Mittel, dank derrastlosen Sammelthätigkeit, die wir entfalten durften, ist es bereitseine ansehnliche wissenschaftliche Anstalt geworden, welche ihrenPlatz unter den Museen Wiens mit Ehren und Erfolg behauptet.[...]Es tritt in die grosse und empfindliche Lücke ein, welche von denverschiedenen Sammlungen, deren unsere Stadt sich erfreut, offengelassen worden ist, und ergänzt so die Sammlungen des Aller-höchsten Kaiserhauses, des Museum für Kunst und Industrie und desStädtischen Museums nach der Richtung der primitiveren Glossar ::: zum Glossareintrag primitiveren Volks-erzeugnisse in der nothwendigsten Weise. Als Bildungsmittel für diegesammte Bevölkerung, insbesondere für die studirende Jugend vonstets wachsender Bedeutung, werden seine Sammlungen denpatriotischen und heimatlichen Sinn der Bevölkerung stärken undanregen, sie werden der industriellen und gewerblichen Thätigkeitwerthvolle nationale Muster und Anregungen gewähren und dieconservativen Neigungen und Bestrebungen im besten Sinne desWortes in unserer Bevölkerung stützen helfen. Zuletzt ist unserMuseum auch ein wissenschaftlicher Ausdruck des österreichischenStaatsgedankens, welcher ohne jede nationale Befangenheit demVolksleben aller auf österreichischem Boden wohnendenVölkerstämme das gleiche wissenschaftliche Interesse und Ver-ständnis entgegenbringt.( III. Jahresbericht des Vereines für öster-reichische Volkskunde. Erstattet in der Jahresversammlung am 28.Jänner 1898. Wien 1898, S. 9 f.)