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Dienst an der Heimat
Diener der Heimat
Die Vertreter dieser Binnenethnologie- vor allem deren, angewandten'Zuschnitts- waren von unterschiedlicher Ausbildung und hatten unter-schiedliche Interessens- bzw. Aktivitätsschwerpunkte. Doch einesdürfte manchen von ihnen gemeinsam gewesen sein, jener„ fundamen-talistische Zug" nämlich, der nach Christine Burckhardt- Seebass ,, seitje bei den Liebhaber- Ethnographen besonders häufig auszumachen[ war] 142 und der zu bestimmten Zeiten recht rigide Ausmaße ange-nommen hat:„ Vereine, die bayrische Trachten tragen, haben sich sofortvon der Richtigkeit ihrer Kleidung[...] zu erkundigen, denn geradedieser Gau hat für seine Tracht einen besonderen Schutz, der jetzt auchfür uns zu gelten hat, aufgestellt. Wer in der Ostmark mit einem bay-rischen Hüterl oder Wadenstrümpfen herumläuft und über dem Hosen-latz ein bis zwei Kilo silberne Taler hängen hat, bilde sich nicht ein,original zu sein, sondern tausche sofort diese Kleidungsstücke aus, umnicht Gefahr zu laufen, in der allernächsten Zeit beanstandet zu werden.[...] Die neue Zeit fordert wie überall so auch hier ganze und reine Arbeit.Volksechtes wird immer Bestand haben, Kitsch dem Untergange geweihtsein.<< 143
Was hier der Obmann der„ Österreichischen Heimat- Gesellschaft"im Juli 1938 deren Mitgliedern als Mahnung auf den Weg in die neueZeit“ mitgibt, ist nichts anderes als, trachtlich verbrämtes„ Führer-prinzip44, auf das nach dem Anschluss auch die Statuten all der,, Heimatvereine und volkstumspflegenden Gruppen“ zu ändern waren,die nunmehr in die NS- Gemeinschaft„ Kraft durch Freude[ sich] ein-reihen und mit ganzer Kraft für das deutsche Volkstum in Oesterreicharbeiten" 145 sollten. Wie sich ja damals auch der Verein für Volkskundediesem Führerprinzip' verschrieben und sein Präsident den Bericht
142 Burckhardt- Seebass( wie Anm. 125), S. 124.
143 Eingliederung und Neubildung. In: Heimatland 7, Juli 1938, S. 93 f.
144 Ebda.
145 NS- Gemeinschaft„ Kraft durch Freude". In: Heimatland 7, April 1938, S. 41-47, hier S. 41.