Konsolidierungen
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dieser festen Zuversicht setzen wir unsere Arbeit mit unentwegtemEifer zu Nutz und Ehre aller Völker Österreichs fort."< 157
Vom Programm zur Propaganda:
Der Verein für Volkskunde im Ersten Weltkrieg
Von Optimismus geprägte Loyalitätsoffensiven wie jenes oben zitierteOffert einer ,, vaterländischen Mission“ lassen an die Skepsis erinnern,die Leopold Schmidt bezüglich des im Verein herrschenden politischenInstinkts geäußert hat. Denn war für Schmidt die Gründung des Vereinsin einem„, typische[ n] Zeitalter der Sicherheit“ gelegen, so attestierte erauch seinen ersten Funktionären, einer Generation anzugehören, die,, keine echten Unsicherheiten mehr erlebt[ hatte] und diese sich auchnicht vorstellen[ konnte]. Als das Zeitalter der Unsicherheit 1914 seinenRachen aufriẞ, planten sie noch unbekümmert bis in den Verderbhinein, als ob sie gefeit sein müßten$ 158.
Diese Einschätzung mag ihre Berechtigung haben, vor allemangesichts der im Weiteren zeitpolitisch bedingt sistierenden und inKonsequenz ins geographisch wie politisch Bedeutungslose zurückge-worfenen Bemühungen des Vereins, aus dem in den Anfangsstadien desErsten Weltkriegs sich anbietenden Reservoir der„ besetzten Balkan-ländergebiete 15 ethnographisches und museales Kapital zu schlagen.Wobei( Stichwort„ Erster Weltkrieg") bei dieser Gelegenheit anzu-merken ist, dass vereinschronologisch markante Einschnitte nichtimmer jenen des großen Weltgeschehens folgen, und etwa ein alspolitische Zäsur ins kollektive Gedächtnis eingeschriebenes Datum( wie es etwa das Jahr 1914 darstellt) vereinsintern zuweilen wenigerAuswirkung hat als ein historiographisch kaum wahrgenommenesdiesfalls etwa das Jahr 1908, mit dem man cum grano salis den Beginnder eigentlichen, über diverse subventionspragmatisch motivierte
157 XXI. Jahresbericht des Vereines für österreichische Volkskunde für das Jahr 1915. Wien1916, S 3.
158 Schmidt 1960( wie Anm. 3), S. 16 f.
159 Zur wissenschaftlichen Erforschung der besetzten Balkanländergebiete. In: ZföV 23, 1917,S. 91 f.