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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Gründerjahre

sicht, dass die eigentliche Arbeit nicht nur von jenen geleistet wordenist, die in die offizielle Geschichte des Vereins als dessen Gründer undProtagonisten eingegangen sind. So gesehen besteht auch wenigGefahr, ins Marginale abzutriften, wenn ein bislang nicht in dieAnnalen eingegangener, in seiner Bedeutung für die ersten Vereinsjahrejedoch kaum zu überschätzender Akteur hier kurz vorgestellt wird.

Ein Faktotum: Franz X. Grössl

,, Ich kann diesen Bericht nicht schliessen, ohne[...] insbesondere derunermüdlichen, in jeder Art bewährten Mitwirkung, die mir HerrVerwalter Franz X. Grössl bei der Leitung des Museums zutheil werdencc298liess, mit herzlichstem Danke zu gedenken." Michael Haberlandtbittet hier, auf der Jahresversammlung im Jänner 1898, einen Mann vorden Vorhang, der für den Verein in den ersten Jahren seines Bestehensein Faktotum im eigentlichen und besten Sinne des Wortes gewesen ist.Franz Xaver Grössl, als Präparator ebenfalls an der anthropologisch-ethnographischen Abteilung des k.k. naturhistorischen Hofmuseumstätig war dem Verein von Anfang an eng verbunden. Und es ist keinZufall, dass bereits die erste Inventarnummer der Sammlung, eineDamenhandtasche aus Iglau mit gepreßten Verzierungen und solchenaus ausgeschnittenen grünen Lederstreifen" seine Erwerbung gewesenist. Grössl hat auch im weiteren in unermüdlicher Kleinarbeit[...]einen beachtlichen Grundstock geschaffen 301 und teils in Eigenregie,teils als Begleiter Haberlandts, etwa auf den grossen Sammelreisen imJahre 1896[....] im Verkehr mit der ländlichen Bevölkerung durch Energie

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298 III. Jahresbericht des Vereines für Volkskunde. Wien 1898, S. 13. Vgl. auch HerbertNikitsch: Helfert- Thirring- Grössl. Biographisches aus den Anfängen des Vereins für öster-reichische Volkskunde. In: Franz Grieshofer, Margot Schindler( Hg.): Netzwerk Volkskunde.Ideen und Wege. Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag(= Sonderschriften desVereins für Volkskunde in Wien 4). Wien 1999, S. 165-183.

299 Und hier wohl in seinem Engagement für den Verein von seinem Vorgesetzten Heger nichteben gefördert- wie etwa aus dem Schreiben des Intendanten Steindachners an das Oberst-hofmeisteramt vom 16. Jänner 1897 anlässlich der bevorstehenden Eröffnung des Vereins-museums hervorgeht, in dem dieser ein Urlaubsansuchen für Grössl als gleichwohl nicht vonSeite des Abtheilungsvorstandes der anthropologisch- ethnographischen Abtheilung CustosHeger unterstützte Bitte" vorbringt; HHStA, 1897 r 76/3.

300 Schmidt 1960( wie Anm. 20), S. 39.

301 Ebda.