Druckschrift 
Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Dienst an der Heimat

Ehrungen gebracht hat 239), letztendlich ,, im Dienste zu belassen"- wobeifreilich vom Senat empfohlen wurde, ihn an eine andere Dienststellezu versetzen.

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Umbruch und Aufbruch

Dieser relativ lang verfolgte Nebenpfad personeller Vereinsinterna hatauf die breite Chaussee gängiger NS- Fachgeschichtsschreibung geführtund sollte( und nicht zuletzt darum wurde er begangen) an einemkleinen Beispiel auf die Stolpersteine aufmerksam machen, die aufdiesem ausgetretenen fachgeschichtlichen Weg liegen. Denn wieseinerzeit die vorgeführten Kontrahenten in ihren damaligen Querelenund Aburteilungen, läuft man auch im Rückblick nur zu gern Gefahr, injene selbstgerechte Rhetorik zu verfallen, der der Mensch als unheilbarurteilendes Wesen( Egon Friedell) gerade dort aufzusitzen pflegt, woes um seinesgleichen geht. Und so soll hier die Rolle des Vereinswährend des Nationalsozialismus nicht über Gebühr strapaziert werden-schon allein deshalb nicht, weil, wie wir gesehen haben, auch und ge-rade für diesen Zeitabschnitt gilt, dass es bei aller scheinbar dokument-und beleggestützten Faktizität( und viele einschlägige Abhandlungenstellen sich ja als eine Art Datenbank von NSDAP- Ein- oder Austritten

239 Auf seiner Parte wird Professor Robert Mucnjak ausgewiesen als Ehrenpräsident derBerufsvereinigung bildender Künstler Österreichs, Ehrenkonsulent der OberösterreichischenLandesregierung, Kustos am Stift der Schotten zu Wien, Leiter des Bezirksmuseums InnereStadt, Besitzer des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, desGoldenen Ehrenzeichens des Landes Niederösterreich, des Goldenen Verdienstzeichens desLandes Wien und des Komturkreuzes des päpstlichen Sylvesterordens mit dem Stern",Privatarchiv Alois Mucnjak. An dieser Stelle seien auch die biographischen Datennachgetragen: Geboren am 22. 11. 1901 in Wien als Sohn des aus dem kroatischen Topuskostammenden Franz Mucnjak sen, der seinerzeit relativ begütert nach Wien gekommen ist,ursprünglich die Buchbinderei erlernt, diesen Beruf jedoch nicht ausgeübt und erst später,wirtschaftlichem Zwang folgend, im Volkskundemuseum eine Stelle übernommen hatte.Robert, von Beruf ursprünglich Drogist, absolvierte 1933 einen einjährigen Restaurierkurs,war zunächst Hilfspräparator am Naturhistorischen Museum und ab 1923 im Museum fürVolkskunde tätig; nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit seinem Sohn Alois( akadem.Restaurator) freiberufliche Restaurierungstätigkeit; gest. 17. 10. 1980( Heimatrollen Robertund Franz Mucnjak, Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 61, Staatsbürgerschafts-und Personenstandsangelegenheiten; Auskunft AR Ferdinand Gutschi am 12. 12. 2001,Archiv der Akademie der bildenden Künste; Gespräch mit Prof. Mag. Alois Robert Mucnjakam 16. 1. 2002).

240 Sonderkommission( wie Anm. 237)