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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
Seite
89
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2. Konsolidierungen

Mit dem Ableben Franz Xaver Grössls sind wir vereinschronologischanno neun, also im Jahr 1903 angelangt- jenem Jahr, in dem mitWilhelm Hein ein weiterer Hauptprotagonist stirbt, der die Gründer-jahre des Vereins wesentlich geprägt und mitgestaltet hat. Im übrigenberichten die Annalen nichts Besonderes über diese Zeit. Und wennauch der Jahresrückblick wie gewohnt mit Befriedigung der Erfolgeund Wirksamkeit[ gedenkt], welche wie in den früheren Jahren so auchim letzten Verwaltungsabschnitt 1903 unserer Thätigkeit beschiedengewesen sind und einen freilich nur bescheidenen weiteren Zu-wachs" der Museumssammlung und die Herausgabe unseres fach-wissenschaftlichen Organs" ² hervorhebt, so bleibt doch vor allem zuvermerken, dass damals der Verein mit 538 Personen nur mehr halb soviele Mitglieder zählte wie kurz nach seiner Gründung. Auf den erstenBlick scheint also nur wenig dafür sprechen, nun von einer Konso-lidierung zu handeln. Doch soll ja hier nicht zeitlich- schrittweisevorgehender Vereinsgeschichte gefolgt sein- und im weiteren Rück- undÜberblick zeigt sich, dass knapp vor Vollendung seines zehnjährigenBestandes sehr wohl von einer Festigung und Etablierung des Vereinsfür Volkskunde und seiner Intentionen die Rede sein kann: hinsicht-lich seiner Sammlungsaktivität, aber auch hinsichtlich der politischenRolle, die er bis zum Ende der Monarchie- wie auch späterhin über diezeitgeschichtlichen Zäsuren hinweg- zu spielen wusste.

Von der Vereinssammlung zum k. k. Museum

Die Geschichte des Wiener Museums für Volkskunde hat LeopoldSchmidt geschrieben, und er war ein getreuer- und bei näherer Lektüreauch detailfreudiger Chronist dieser Institution, der nicht nur diepersönlichen Beziehungen ihrer Protagonisten in der einen oder anderenNebenbemerkung angesprochen, sondern auch und vor allem in seinen

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¹IX. Jahresbericht des Vereines für österreichische Volkskunde für das Jahr 1903. Wien 1904, S. 1.Ebda.