Gründerjahre
Protagonisten: Michael Haberlandt& Wilhelm Hein
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,, Wien, am 12. Januar 1898./ Geehrter Herr Doctor! Der Ausschuß unddas Praesidium des Vereins für österr. Volkskunde sehen sich zu ihremlebhaften Bedauern veranlaßt, Ihre Demission als Geschäftsführer desVereins und als Vicedirektor des Museums für österr. Volkskundeanzunehmen und Ew. Wohlgeboren für alle Bemühungen um denVerein in Ihrer dreijährigen Functionsdauer den verbindlichsten Dankauszusprechen. Sie müssen aber zugleich gegen die in Ew.Wohlgeboren Schreiben vom 22. December 1897 erhobenen Anschul-digungen bedauernde Verwahrung einlegen, da sich Praesidium undAusschuß von deren Gegenstandslosigkeit zur Genüge überzeugthaben. Mit vorzüglicher Hochachtung für den Verein für österr.Volkskunde: Der Praesident" 77
Mit diesem ebenso knapp wie eindeutig gehaltenen Schreiben an,, Sr. Wohlgeboren Herrn Dr. Wilhelm Hein, k. u. k. Assistent amnaturh. Hofmuseum"- das vom Vereinspräsidenten Josef A. Freiherr vonHelfert wohl ganz in der Intention des Vereinsschriftführers MichaelHaberlandt abgefasst( bzw. unterzeichnet) worden ist- war ein Schluss-strich unter die langjährige Zusammenarbeit jener beiden Männergezogen, die nicht nur im fachgeschichtlichen Gedächtnis untrennbarmit der Entstehung von Verein und Museum für österreichischeVolkskunde verbunden sind, sondern auch in persönlicher Herkunft undanfänglicher beruflicher Laufbahn viel miteinander gemein hatten.Beide, Hein und Haberlandt,- praktisch gleichaltrig- kamen„ aus grenz-deutschen Landschaften Österreichs, mit entsprechendem Verständnisfür die anderen Sprachnationen der Monarchie" 78; beide teiltensolcherart die gern als Disposition fachlichen Wirkens eingeschätzte„ Sensibilität des randlagigen Diasporabewohners" 79; und beide hatten
auch einen durchaus ähnlichen akademischen und beruflichenWerdegang.
77 AVV, K 1, M 4. Briefduplikat.
78
Schmidt 1960( wie Anm. 20), 19.
79 Köstlin 2002( wie Anm. 63), S. 391.