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Auf der Bühne früher Wissenschaft : aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde
(1894 - 1945)
Entstehung
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Konsolidierungen

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alten Palais hat anbringen lassen“:„, undankbare Erben“, so LeopoldSchmidt ,,, haben 1938 die Tafel abgenommen, sie ist verschollen. 331

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Mit Heinrich Moses bzw. Moser und Rudolf Trebitsch haben wirzwei Vereinsmitglieder jüdischer Provenienz kennen gelernt, also zweijüdische Vertreter der frühen Volkskunde angesichts deren wir unsallerdings zu fragen haben, was, wenn es um„ jüdische“ Vertreter derfrühen Volkskunde“, um„ Volkskundler" mit„ jüdischem“ Hinter-grund geht, die personale Bezeichnung„ jüdisch“ wie auch die fachlicheZuordnung„ Volkskunde“ im konkreten Einzelfall jeweils bedeutet.Denn für beides lassen sich recht unterschiedliche individuelleHintergründe ausmachen und im Falle der Genannten haben wir esmit Personen zu tun, wie sie in beider Hinsicht verschiedener nicht seinkönnten. Auf der einen Seite einen gesellschaftlich weitgehendmarginalisierten„ isrealischen“ Religions- und Volksschullehrer in derniederösterreichischen Provinz, der ungeachtet seiner Herkunft denkleinmythologischen Traditionen seines überwiegend deutschtümelnd-antisemitischen sozialen und politischen Umfeldes sichtend undsammelnd nachgeht. Und auf der anderen Seite den Sproß einerprononciert assimilationsbereiten großbürgerlichen Unternehmerfamilie,der seine ethnographischen Interessen in weitem geographischenAusgriff auf die„ primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiv verbliebenen Ahnen Europas" 3.konzentriert. Beide inklinieren damit auch zu verschiedenen diszi-plinären Ausrichtungen( Stichwort„ exotic Glossar ::: zum Glossareintrag  exotic und domestic variant" derEthnographie) und diese unterschiedlichen Ausrichtungen sollen inEvidenz gehalten werden, wenn hier noch ein kurzer Blick auf zweiweitere ,, jüdische" Vereinsmitglieder geworfen wird.

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Marianne Schmidl, die im Museumsbericht des Jahres 1913 alsVolontärin aufscheint 333, und Adelgard Perkmann, die als erste beamtete

331 Leopold Schmidt: Rudolf Trebitsch zum Gedächtnis. Zur Sonderausstellung,, Volkskundliches aus Großbritannien und Irland" des Österreichischen Museums fürVolkskunde 1956. Typoskript.

332 Schmidt 1960( wie Anm. 3), S. 68.

333 ,, Fräulein stud. phil. Marianne Schmidl" hat damals nicht nur für den 19. Band derVereinszeitschrift das Sachregister erstellt, sondern auch einen ergologischen Beitrag verfasst:Flachsbau und Flachsbereitung in Umhausen. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde19, 1913, S. 122-125.