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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
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Von der Praxis der Keramikforschung zutheoretischen Konzepten? Beispiele ausÖsterreich

Hermann Steininger

In der Keramik sehen wir als, Freunde der Keramikforschung" einwissenschaftliches Material, eine historische Quelle, die jeden von unsseit kürzerem oder längerem interessiert. Jedenfalls mir ging es so seitmeiner Studienzeit. Ich habe es mir seinerzeit nicht träumen lassen,dass sie, die Keramik, mich sozusagen lebenslang- wenigstens bisjetzt- begleiten wird. Man muss schon vom Material ausgehend fest-stellen, dass so etwas wie Faszination darin liegt, sich damit zubeschäftigen. Als Studierender der Volkskunde wäre mir ja jedesThema recht gewesen, hätte es sich im Rahmen der Museologie vonmir positiv verwirklichen lassen. An ein Thema im MaterialbereichKeramik hatte ich zunächst nicht gedacht, als mir mein Lehrer LeopoldSchmidt in Wien das Dissertationsthema Die münzdatierte Keramikdes Mittelalters und der frühen Neuzeit gab, mit dem ich mich zuersteher im wörtlichen Sinn auseinandersetzte" und das zunächst sehrkomplex erschien. Es war mir ja auch nichts anderes übrig geblieben,als den Wunsch von Schmidt zu akzeptieren. Man muss sich hier undheute den damaligen Forschungsstand vergegenwärtigen, um zu erken-nen, worauf ich mich damals trotzdem einließ. Recht gut hat das Gün-ter P. Fehring in seiner Einführung in die Archäologie des Mittel-alters" geschildert, indem er schrieb: ausgehend von der Vor- undFrühgeschichte...( haben) Richard Pittioni die, Industriearchäolo-gie',... die Burgenforschung und Mittelalter- Archäologie( 1977) undFritz Felgenhauer die burgen- und siedlungsarchäologischen For-schungen mit dem Begriff der Archäologie des Mittelalters vorange-trieben 1985 wurde die, Österreichische Gesellschaft für Mittel-alterarchäologie gegründet. Weitere, jedoch frühere Ansätze dazu gabes außerdem in Österreich bei Ausgrabungen im kirchlichen Bereich,die Rudolf Egger, Hermann Vetters und F. Miltner förderten." Aus derSicht der Ansätze um 1960 war ich also mit meiner, bezeichnenderwei-se von der Volkskulturforschung gestellten Aufgabe, die münzdatierteKeramik aufarbeiten zu sollen, nicht gerade glücklich, ja man riet mirvon kompetenter Seite mehrfach ab, diese Arbeit zu machen; sie habe

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