Der Stoober Plutzer
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ein typisches
Produkt?
Zur Produktion einer lokalen Identität
Veronika Plöckinger
Keramik im Burgenland
Im Burgenland existierte aufgrund hervorragender und ausreichenderTonvorkommen jahrzehntelang ein Nebeneinander von so genanntenTöpferdörfern mit ausgebildetem Zunftwesen, kleinen Manufakturenin herrschaftlichem( Esterházy'schem) Besitz und Weißhafnern( Fayence). Neben Stoob galten Rotenturm, Jabing, Großpetersdorf,Pinkafeld, Neumarkt an der Raab und Königsdorf als Töpferdörfer, diebekanntesten Weißhafnerorte waren Oberpetersdorf und Kobersdorf.Tonwarenfabriken unter Esterházy'scher Verwaltung standen in Neu-dörfl an der Leitha, Mattersburg, Oberpetersdorf, Ritzing, Steinberg-Dörfl und in Stoob.¹
Der Ort Stoob und sein Tonvorkommen
Das an der Bundesstraße 50 gelegene Straßendorf im Mittelburgenland( Bezirk Oberpullendorf) befindet sich auf 265 m Seehöhe auf einerFläche von 1740 ha und hat 1335 Einwohner/ innen.²
In der Literatur wird Töpferei in Stoob( ungar. Csáva) erstmals fürdie Zeit um 1250 genannt. Tatsächliche Belege für die Tätigkeit vonHafnern in Stoob im Grundbuch bzw. Zunftdokumente, den Zunft-krug und archäologische Funde gibt es ab dem 17. Jahrhundert.³
1 Vgl. Amt der Burgenländischen Landesregierung( Hg.): Arbeit und Wohnen um 1900.Die Sammlung Ludwig Toth zur Sachvolkskunde des Bezirkes Oberwart(= KatalogNeue Folge, Bd. 34). Eisenstadt 1989, S. 29.
2
Vgl. www.burgenland.at/stoob
3 Vgl. Borosz, Rudolf: Die Stoober Tonwarenerzeugung im Wandel der Zeit und im Lich-te der Zahlen. In: Der Freie Burgenländer vom 24. 5. 1931, S. 9.
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