Zur Marburger aufgelegten Ware
Thomas Schindler
Während des 19. Jahrhunderts wurde in Marburg eine eindeutigbestimmbare, mit Relief- Auflagen versehene Keramikart hergestellt.Es handelt sich um eine glasierte Irdenware, die bunt engobiert und mitreliefartigem Dekor versehen sein kann. Meist in Form von Kannenund Krügen vorkommend, gelang es, diese auf lokaler wie überregio-naler Ebene als ein für Marburg typisches handwerklich hergestelltesProdukt bekannt zu machen.
Beispiele für Marburger Ware des 19. Jahrhunderts
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Landesmuseum Kassel;Inv.nr.: 1940/190;H.: 15,5 cm; dat. 1816
Landesmuseum Kassel;
Museum Europäischer
Inv.nr.: 1940/159; H.: 17,8 cm; Kulturen, Berlin;1. Hälfte 19. Jhdt
Inv.nr.: 1/1994;H.: 13,4 cm; 1. Hälfte19. Jhdt.
Aufgrund der guten Qualität des Produkts, aber auch des originel-len Gefäßschmucks wegen wurde diese Keramik schließlich durchHausierer und Händler in weite Teile Europas verkauft. Über die Her-kunft des markanten Dekors konnte die volkskundliche Keramikfor-schung bislang keine befriedigenden Forschungen vorlegen, dochbereits im 19. Jahrhundert konnte in Marburg selbst nur noch speku-liert werden:„, Ein hiesiger Töpfermeister, welcher sehr arm war, hatteein Mädchen geheiratet, welches längere Zeit in einem Conditorei-geschäft gearbeitet hatte. Die junge Frau, im Belegen von Backwaren
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