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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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Zwei auflagenverzierte Gefäßfragmenteder ,, Marburger Ware" aus Einbeck,Niedersachsen Ein Beitrag zur

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Anfangsdatierung dieser Keramikgattung?

Andreas Heege

Angeregt durch den auf der Tagung in Kittsee von Thomas Schindler( Marburg) gehaltenen Vortrag zur so genannten Marburger Warewurde der archäologische Fundstoff der Stadtarchäologie Einbeck inNiedersachsen nach der vorgestellten Ware durchgesehen. Als Ergeb-nis können zwei sicher stratifizierte Fragmente vorgestellt werden( Abb. 1 oben und unten). Es handelt sich in beiden Fällen um Fundeaus Schutt- bzw. Abfalleinfüllungen in Tonnengewölbekellern. Auf-grund der Beifunde ergeben sich gesicherte Termini post quem von1785 bzw. 1795. Aufgrund der restlichen Beifunde halte ich es fürwenig wahrscheinlich, dass die Schichten lange nach 1800 abgelagertwurden. Die Datierung dieser beiden Stücke( s. u.) kann daher mögli-cherweise als Hinweis auf den Produktionsbeginn der Marburger Warein der Zeit um 1800 gewertet werden. Der älteste bislang bekannteBeleg wurde auf der Tagung von Thomas Schindler vorgestellt unddatiert aufgrund einer auf dem Gefäß angebrachten Jahreszahl in dasJahr 1816.

Die Fundstellen

Einbeck FStNr. 83, Tonnengewölbekellerunter Tiedexerstr. 20a( Abb. 1 oben)

Es handelt sich um eine Probegrabung in einem Teilbereich des Kel-lers. Die Kellerverfüllung besteht aus Abfall- und Bauschuttschichten.Die Stratigraphie umfasst von unten nach oben: Schicht[ 8][ 7][ 6].Nach der Keramikdatierung gehören alle Schichten in die Mitte bzw.zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Schicht[ 7] ist münzdatiert 1696.Es ist kein Zufall, dass Produkte der Uslarer Tonpfeifenproduktion( ab1769) mehrheitlich erst im oberen Schichtkontext[ 6/7] vorkommen( vgl. zur Stratigraphie und den Tonpfeifen: Heege 2003, 48-49).

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