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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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Die Bemerkung, dass woanders in solchen Kugeltöpfen Essen gekochtwird, und dass das doch auch mit diesen funktionieren müsse, wurdeselbstverständlich nicht als gezielt untersuchende Frage, sondern alsUnwissen in kultureller Hinsicht verstanden. Es folgte eine aufklären-de Unterweisung seitens der Töpferin mit dem Hinweis auf einebewusste, schon über lange Zeit andauernde Kontinuität in der Herstel-lung und im Gebrauch dieser Gefäße.

Es gibt kein Bestreben der Töpferinnen nach einem individuellgeprägten Stil. Bewusst wenden sie sich nicht mit dem Ergebnis ihrerArbeit an die Emotionen ihrer Abnehmer. Aber unbewusst bewegen siesich im Rahmen des sozialen Verhaltensspektrums ihrer Gruppe, ihresDorfes, der balinesischen Gesellschaft, und das so, dass sie die gesuch-te gesellschaftliche Anerkennung finden, die kulturellen Verhaltens-normen der Gemeinschaft erfüllen und damit zum Gruppenzusammen-hang beitragen.

Als Produzentin einer Keramik, die vornehmlich Kult- und Opfer-handlungen dient, ist die Töpferin neben den Holzschnitzern undSteinmetzen, den Schöpfern der Masken, Dämonen-, Wächter- undGötterfiguren, eingebunden in das auf der Welt einzigartige rituelleNetzwerk, das Grundlage für ein Verhaltensspektrum ist, das nicht nurdas gesamte rituelle und kulturelle Leben, sondern auch den profanenAlltag der Balinesen weitestgehend regelt.

Die Völker Neuguineas unterscheiden sich von den Balinesen hin-sichtlich ihrer kulturellen Entwicklung und ihres Status' prägnant.Ganz andere kulturelle Formen führen auch zu unterschiedlichemSozial- und Individualverhalten. Töpfereierzeugnisse dienen bei denStämmen am mittleren Sepik in keinem Fall kultischen Zwecken. ZurZeit meines Aufenthaltes wurden nur Vorratsgefäße und Ofenschalenhergestellt( siehe Abb. 2). Wenn auch profane und religiös orientierteVerhaltensweisen nicht wie auf Bali eine untrennbare Einheit bildenund fließend ineinander übergehen, ist doch zu beobachten, dass über-lieferte Bräuche, zusammengesetzt aus einzelnen Verhaltenselemen-ten, und magische Vorstellungen mit den Arbeitshandlungen verknüpftsind. Die Töpferinnen nehmen keine Sonderstellung ein. Jede im Dorfaufgewachsene Frau kann töpfern. Die auf den Gefäßen angebrachtenTiergesichter unterscheiden sich jedoch. Jeder Familie, jeder Töpferinsteht nur ein einziges, eigenes überliefertes Motiv zu. Die Frage aneine Töpferin, ob sie auch Gesichter anderer Tiere modellieren könne,z. B. die eines Schweines, wurde bejaht. Allerdings sei das undenkbar,selbst wenn im Dorf es niemand sähe, würde keine so etwas tun. Und

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