meist paarweise hingebracht wurden. Wachstropfen auf den Tonköp-fen zeigen, dass sie im Kircheninneren aufbewahrt wurden. Aller-dings tragen zahlreiche Köpfe und auch Arme und Bein deutliche Ver-witterungsspuren, die nur vom längeren Lagern im Freien herrühren
können.
Die Holzlöffel stellen den ältesten Zeithorizont innerhalb der Fundedar; sie stammen aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert. Derbisher älteste Nachweis von Löffelopfern stammt aus dem Jahre1517/18 und ist für Altötting nachgewiesen. Die Löffel standen imVolksglauben für Magenleiden, Erkrankungen des Mund- und Rachen-raumes, Zahnschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerdenund Sprachproblemen. Ob die Löffel eine ältere Elisabeth- Verehrungfür Altenkirchen bezeugen, lässt sich derzeit noch nicht beantworten.Das im Fundgut entdeckte Ärmchen eines Porzellan- Christus desfrühen 19. Jahrhunderts zeigt uns die Verfüllzeit an. Es ist anzuneh-men, dass Aufklärung und die Säkularisation die Gründe für das Endedieses Tonvotiv- Brauchtumes Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumes waren. Fehlende Teile an Köpfen, Tie-ren und Gliedmaßen zeigen, dass in oder außerhalb von St. Coronanoch zahlreiche weitere Votivgaben verborgen sind. Die anstehendeInnensanierung der Kirche wird vielleicht erneut einen Fundkomplexliefern.
Literatur
Kreiner, Ludwig: Archäologie im Kirchturm von Altenkirchen. In: Das Archäol. Jahr in Bay-ern 2002( 2003), S. 140–143.
Markmiller, Fritz u. a.: Der Fundkomplex Tonvotive von St. Theobald in Geisenhausen. Eineinterdisziplinäre Untersuchung. In: Der Storchenturm, H. 39, 1985, 40, S. 94-100 undS. 101-106.
Markmiller, Fritz: Volkskundliche Aspekte beim Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum mit Tonkopfvotiven. In: DerStorchenturm, Heft 39( 1985), S. 89–127.
Markmiller, Fritz und Ludwig Kreiner: Der Tonvotivfund aus Reisbach- St. Salvator. In: DerStorchenturm, H. 45, 1988, S. 92-110.
Ritz, Gislind: Der Votivfund von St. Corona- Altenkirchen, Bayer. Jahrb. für Volkskunde
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