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Keramik als Zeichen regionaler Identität : Beiträge des 36. Internationalen Hafnerei-Symposiums des Arbeitskreises für Keramikforschung vom 21. bis 26.9.2003 in Kittsee
Entstehung
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rosetten in Kartuschen begleitet. 32 Eine seltene Ausführung einesZusatzfrieses stellt das geschrühte Fragment mit Seepferdchen dar.33

Die einzige geborgene Leistenkachel ist mit schräg gebändertemRundstab reliefiert und grün glasiert.34

Aufwendiger gestaltet und bislang ohne Vergleich ist die ausge-schnittene Aufsatzkachel mit Darstellung einer kahlköpfigen geflügel-ten Figur mit Sanduhr inmitten von Rollwerk 35, die als Personifikationdes Todes ein Vanitas- Symbol darstellt.

Von einem weiteren Aufsatzkachel- Typus liegt ein geschrühtes undein grün glasiertes Fehlbrandstück 36 vor. Im Museum Lauriacum inEnns37 und im Museum der Hafnerei Sommerhuber in Steyr, beide inOberösterreich³, werden identische, ebenfalls grün glasierte Aufsatzka-cheln aufbewahrt, die Aufschluss über die weitere Dekoration geben.

Aus zwei gegenständigen Fischleibern mit Delphinköpfen, wachsenBlütenranken, deren Ende eine Glockenblume bildet. Auf den Fisch-leibern sitzt je ein geflügelter Putto mit gelocktem kurzem Haar imengen Rock. In der Mitte erhebt sich ein Früchtekorb.

Im Werkstattbruch wurden auch vier Fragmente von Kachelmodelgeborgen, von denen jedoch keine ausgeformten Stücke vorliegen. AlsDekor erscheint eine Tapetenkachel mit floralen Motiven, daruntereine Tulpe und Nelken vor punziertem Hintergrund, weiters ein Modelfür eine Nischenbekrönung sowie die verbreiteten Gesimskacheln mitAkanthusdekor.39

Mit dieser kurzen Präsentation des Hafnerabfalles wurde- zumin-dest ausschnittweise- das Produktionsspektrum der fast 130 Jahredauernden Werkstatttradition auf dem Haus Melker Straße 5 in Mau-tern vorgestellt. Die geborgene Geschirr- und Ofenkeramik fügt sichgut in den durch die Archivalien vorgegebenen zeitlichen Rahmen zwi-schen 1558 und 1645 bzw. 1685 ein. Das belegen zeittypische Gefäß-formen, die derzeit auch in Tulln, vom Riederberg westlich von Wienund in Wr. Neustadt nachweisbar sind.40 Das Formenspektrum der

32 Siehe ebd., Taf. 25/ 85- Taf. 28/95.

33 Siehe ebd., Taf. 25/86.

34 Siehe ebd., Taf. 28/ 96a, b.

35 Siehe ebd., weitere Fragmente von Aufsatzkacheln Taf. 28/ 99- Taf. 29/102.

36 Siehe Kaltenberger, Werkstattabfall, Taf. 28/ 97-98.

37 Inv. Nr. V VII 617a.

38 Siehe Kaltenberger, Werkstattabfall, Abb. 7a und 7b.

39 Siehe ebd., Taf. 29/ 103- Taf. 30/106.

40 Vgl. ebd., S. 230-238.

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