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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
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Helmut Riedl

begrenzte Emigration als Gastarbeiter in die Industriereviere West- undMitteleuropas hinzugetreten ist.

2.2. Periphere Räume und Probleme des Tourismus

Den urbanisierten Riesenagglomerationen von Athen und nachgeordnetvon Thessaloniki stehen sohin die peripheren Räume Griechenlands ge-genüber. Diese umfassen weitgehend den gesamten ägäischen und ioni-schen Archipel, die gesamte Peloponnes mit Ausnahme der Achse Korinth-Patras, ganz Westgriechenland, Thrakien, Ost- und Westmazedonien mitAusnahme des Raumes von Thessaloniki, Mittelgriechenland mit Aus-nahme des attischen und teilweise böotischen Raumes und Thessalien mitAusnahme der Achse Larissa- Volos( Heller 1982: 194).

In der Volkszählungsdekade( 1971-1981) zeichnet sich im Hinblick aufdas generalisierte Bild der Tatsache, daß in der Zeit von 1951-1981 in30 von 51 Bezirken die Bevölkerungszahl abgenommen hat und die Wan-derungssalden in weitaus mehr Bezirken negativ waren, eine spezifische,räumlich segregierte Dynamik in den peripheren Räumen ab. Für ganzGriechenland( Sauerwein 1985: 130) ergibt sich im Zeitraum 1971-1981eine in den planaren Beckenregionen und Küstenhöfen angesiedelte Zu-wachsregion. Die planare und kolline eumediterrane Tiefenstufe Griechen-lands erfuhr 1971-1981 jeweils eine Bevölkerungszunahme von 13-17,1%,während die montane Höhenstufe einen Bevölkerungsverlust von 10,1%erlitt.

Dieser hypsometrische Wandel des Bevölkerungsverhaltens zeichnet sichdemnach in der weiterhin passivräumlichen Struktur der griechischen Ge-birgsdörfer ab; hingegen erfahren die Küstenhöfe in den generalisiertenperipheren Großräumen seit 1971 eine neue Inwertsetzung im Sinne parti-eller Aktivräume. Für diese aktuelle Inwertsetzung der Küstenhöfe inner-halb des eumediterranen Oleo- Ceratonion ist neben dem Tourismus dieIntensivierung des Gartenbaues verantwortlich zu machen.

Selbst auf den peripherräumlichen Inseln Griechenlands zeigt sich die-se neue hypsometrische Differenzierung in Aktiv- und Passivräume. Bei-spielsweise herrscht auf der Insel Samos( Riedl 1989: 229) im Zeitraum1961-1971 in allen Gemeinden Bevölkerungsabnahme, zumeist im Aus-maße von 10 bis 30%. Im Zeitraum 1971-1981 bietet sich bereits ein we-sentlich differenzierteres Bild. Es zeigt sich als Leitlinie, daß die GebirgeKerkis, Ampelos und Thios mit ihren Gebirgsranddörfern Bevölkerungs-verluste bis maximal 30% erlitten. Hingegen bilden sich erstmalig als Ak-tivräume der Küstenhof von Karlovasion samt dem Neogenhügelland von