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Tourismus und Regionalkultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg
Entstehung
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" Zimmer frei"- Das Leben mit und ohne Touristen

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fünfziger Jahre. Anfang der sechziger Jahre entschlossen sich immer mehrMenschen, einen Teil ihres Wohnraumes im Sommer zu vermieten, manbaute auch zwei Hotels. 1968 betrug die gesamte Bettenkapazität schon2.228. Die Einwohnerzahl von Draga oszillierte in den letzten 150 Jahrenzwischen 300 und 600. Heute hat Draga 463 Einwohner bzw. 163 Haus-halte. Da Mitte der sechziger Jahre in der Spitze der Sommersaison aufeinmal bis zu 3.500 Gäste in Draga weilten, war es offensichtlich, daß dieTouristen manchmal zahlenmäßig mehrfach die einheimische Einwohner-zahl übertrafen.

Die Kapazitäten in Privatunterkünften wurden in den letzten 25 Jah-ren bedeutend vergrößert, und man paßte sie den modernen Standards an.Der letzte größere Touristenzustrom wurde im Jahr 1988 und 1989 notiert,als in Draga beispielsweise im August als dem bestbesuchten Monat um15.000 Übernachtungen ausländischer Gäste verbucht wurden. Schon imJahr 1990 ging die Zahl der Übernachtungen im August auf 8.321 zurück,und im gleichen Monat des Jahres 1991 auf nur 756 Übernachtungen aus-ländischer Gäste.

Die Tourismusbeschäftigung in Mošćenička Draga ist durch Saisoncha-rakter gekennzeichnet. Die sogenannte Saison" beginnt um Ostern bzw.im April und Mai und dauert bis Anfang Oktober. Dennoch waren in denbesten Jahren alle Kapazitäten nur etwa vierzig Tage während des Jahresbesetzt, manchmal auch weniger. Draga ist in erster Linie ein Badeort, unddeshalb verbucht man in den Sommermonaten die größte Besucherzahl.Touristen kamen in erster Linie, um sich zu erholen und zu entspannen,,, um neue Kräfte zu sammeln" und das Baden und Sonnen zu genießen, umein gesundes Aussehen zu bekommen, um zu kommunizieren. Draga bietetkeine besonderen Unterhaltungseinrichtungen, kulturellen Sehenswürdig-keiten und keine intensive, organisierte Sport- und Hobbybetätigung. Eswaren in erster Linie Touristen aus Deutschland, Italien, Österreich, eini-ge aus den Niederlanden und anderen westeuropäischen Ländern und eineunbedeutende Zahl von Touristen aus dem eigenen Land. Es herrschte dersogenannte Familientourismus vor,Familien mit Kindern von 5 bis 15Jahren bzw. ältere Ehepaare ohne Kinder. Zu einem gewissen Prozentsatzhandelt es sich um Stammgäste, welche jedes Jahr wieder kommen; es gibtmehrere Fälle, daß Draga von jüngeren Familien besucht wurde, die mitihren Großeltern nach Draga kamen. Die meisten Gäste aus Deutschlandund teilweise aus Österreich pflegten während des Jahres, außerhalb derFerien in Draga, in Europa und in der übrigen Welt zu reisen, mit demZiel, neue Gegenden kennenzulernen und zu besichtigen.