Frühe Tourismuskritik
sich
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hervorragenden Aussichtspunkten wie z. B. dem Rigi. Daraus ergibt2. die Degradierung der Natur zur Kulisse: Denn die Hotels und Re-staurants verlängern das Leben der Großstadt in die Natur hinein.Eine Trennung zwischen Großstadt und Natur wird aufgehoben, nurder Blick aus dem Hotelfenster verweist noch auf den Ortswechsel.3. die Einstellung des Touristen: Rudorff stellt die Frage:„, Sind wir dennpoetischer, idealer geworden, seit das Reisen en masse in die Modegekommen ist?" Was er natürlich verneint, denn der Tourist will nureine Veränderung des Ortes, um dort genau das zu tun, was er auchzu Hause tut.
,, Bei den Meisten aber handelt es sich nur um eine Kneipereiin veränderter Form, höchstens zugleich um eine Befriedigungder Neugier. Hier wie dort dieselben Nichtigkeiten im Kopf undauf der Zunge, derselbe Plunder von Eitelkeit; Leichtfertigkeit,Albernheit, rein äußerlicher Vergnügungssucht; das Alles ist mitauf die Reise gegangen, und macht sich in freier Luft nur um sowiderlicher breit."
Das Entzücken über die Idylle bleibt äußerlich, weil im gleichen Atem-zug die Annehmlichkeiten des Großstadtlebens eingefordert werden.4. die Auswirkungen auf die Bereisten: Die neue Art, Geld zu verdie-nen, hat etwas von Spielgewinst an sich. Eine ästhetische Bildungder Landbevölkerung durch die Touristen, wie Rudorff das eigentlichanstrebt, muß Illusion bleiben:
,, Im Gegentheil: die Fremden machen ihm das Eigene fremd. Mitder ächten Liebe ist es vorbei, wenn der Gegenstand dieser Liebezur Buhlerin geworden ist, die sich Jedem preisgiebt, dem darumzu thun ist, sie auf ihre Reize hin anzugaffen. Das hohle Treibender Vergnüglinge wird den Leuten anfangs halb unverständlich,halb verächtlich erscheinen; allmählich verstricken sie sich selbsthinein, und so gesellt sich zur Unsolidität der materiellen Exi-stenz als zweite Frucht die sittliche Verkommenheit."
Auch wenn wir nicht alle der vorgenommenen Wertungen nachvollziehenmögen, so sind doch die angesprochenen Problemfelder bis heute diskus-sionswürdig.
Mit ihnen hatte Ernst Rudorff bereits 1880 die Kritik der Heimatschutz-bewegung am modernen Tourismus umrissen. Auch im Aufruf zur Grün-