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Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa : Referate des 14. Internationalen Hafnerei-Symposiums vom 7. - 11. September 1981 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee
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MÜNZDATIERTE MITTELALTERLICHE UND

FRÜHNEUZEITLICHE KERAMIK IN

MITTELEUROPA

Monographien und neue Forschungen

Von Hermann Steininger, Perchtoldsdorf

Bis nach dem Krieg gab es nicht nur in Österreich noch man-che Schwierigkeiten, mittelalterliche Sachrelikte exakt zu datie-ren, wogegen Materialien der bildenden und angewandten Hoch-kunst des Mittelalters aufgrund ihrer alten Forschungstraditionschon längst stilistisch und chronologisch geordnet werden konnten.Sie hatten frühzeitig Beachtung gefunden, waren reichhaltigvorhanden und oft selbst datiert. Demgegenüber ist dieMittelalterarchäologie in Österreich eine verhältnismäßig jungeDisziplin, die sich vornehmlich mit den Funden ab dem Hoch-mittelalter beschäftigt und in den letzten Jahren erst beginntdie Kenntnisnahme des mitunter massenhaft auftretendenMaterials stärker einzusetzen. So haben Museen vermehrtBodenfunde aufgenommen, und manche Fundbergung erbrachtenicht zuletzt auch mittelalterliche Sachkulturreste, in ersterLinie Keramik, dann Metall, Glas, Holz, Stoffreste, Knochen,Horn, etc. Die Erhaltungsmöglichkeit dieser Materialien imBoden ist bekanntlich sehr unterschiedlich, infolgedessen sinddie meisten zutage geförderten Relikte Keramikreste. Syste-matische Grabungen freilich ließen sich im Rahmen der all-

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