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Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa : Referate des 14. Internationalen Hafnerei-Symposiums vom 7. - 11. September 1981 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee
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DIE DONAU ALS HANDELSWEG FÜR HAFNERWARE

Mit besonderer Berücksichtigung der

Schüsselerzeugung von Mohács

Von Mária Kresz, Budapest

Bevor es noch eine Eisenbahn gab, bildeten die Flüsse diewichtigsten Transportwege für den Handel von Hafnerware; dem-entsprechend war auch die Donau besonders bedeutend. Auf ihrverfrachtete man Rohstoffe wie Tone etc. und bereits fertigeHafnerprodukte. Die Kenntnisse über die Töpferei wurden, ebensowie das Zunftwesen, entlang dieses Flußlaufes von Stadt zu Stadtverbreitet.

Aus Österreich, nämlich aus Hafnerzell, kamen die schwarzenHafen, die in Ungarn als" Wiener Hafen"( bécsi fazék") bekanntwaren. Sie waren vor allem in den der Donau nahe liegenden Ge-bieten Ungarns bereits vom 13. bis 16. Jahrhundert verbreitet( 1).Die Qualität der" Wiener Hafen" war auch in Ungarn anerkannt,weshalb der Rat von Komárom den Verkauf am Markte ge-stattete, nicht zuletzt deshalb, da eine ähnlich gute Qualität vonden ungarischen Hafnern nicht erreicht wurde( 2). Das Ethnogra-phische Museum in Budapest besitzt einige schwarze Hafen ausdem 19. Jahrhundert, die jedoch nicht zum Kochen dienten,sondern als Aufbewahrungsgefäße für Wasser in Verwendung ge-standen waren; in Verbindung mit einem steineren Gefäß, durch

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