BLEIGLASUREN IN DER SPÄTRÖMISCHEN KAISERZEIT
Von
Ágnes Salamon( I), Budapest
György Duma( II), Budapest
I.
Die spätantiken glasierten Waren Pannoniens( 1)
In der spätrömischen Zeit stellt die glasierte Ware eine wich-tige Keramikart dar. Trotzdem hat man sie bis jetzt nur in denkomplexen Bearbeitungen einzelner Fundorte behandelt( 2). Dochlassen, wichtige Gesichtspunkte eine nähere Prüfung dieser Wareals notwendig erscheinen.
Die schön geformten, farbig glänzenden Gefäße kamen in Panno-nien in stattlicher Anzahl aus dörflichen und städtischen Sied-lungen, aus Gräbern am Limes sowie aus dem Inneren der Provinzzum Vorschein. Die in Gebieten außerhalb Pannoniens gefundenenglasierten Gefäße sind als Exportware anzusehen, doch könnensie auch durch das Militär, das die Poststationen an den Straßenzu sichern hatte, verbreitet worden sein( 3).
Aufgrund der quantitativen, qualitativen und geographischenKennziffern, welche die in Pannonien gefundeneh glasierten Ge-fäße charakterisieren, kann als sicher angenommen werden, daßPannonien eines der bedeutendsten Herstellungszentren dieser popu-lären, wahrscheinlich leicht zugänglichen und billigen Keramik-art war( 4).
Aus Pannonien stehen uns nur zwei Angaben über die Herstel-lung der glasierten Ware zur Verfügung: die eine von Tác/
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