KERAMIK AUS EINEM GÖTTINGERKAUFMANNSHAUSHALT DES 16. JAHRHUNDERTSZu den Aussagemöglichkeiten archäologischerund schriftlicher Quellen
Von Horst W. Löbert, Uelzen
Der Inhalt des Vortrages wurde erst kürzlich in ausführlicherForm in der" Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters"( 8, 1980, S. 7-45) dargelegt. An dieser Stelle mag daher
eine kurze Zusammenfassung genügen:
1976 wurden in der Göttinger Altstadt mittelalterliche undfrühneuzeitliche Befunde aufgedeckt. Die Keramik aus einerAbfallgrube der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wird hiervorgelegt. Nach der Funktion läßt sich das Inventar aufteilenin 89 Gefäße von Tafel-, Küchen- und Vorratsgeschirr sowiezwei Schmelztiegeln und Kacheln von mindestens vier Öfen.Die etwa 100 Gläser des Fundkomplexes bleiben einer späterenBearbeitung vorbehalten, organische Materialien waren kaumerhalten. An keramischen Waren sind vertreten: grautonigeIrdenware, unglasierte, einfarbig glasierte und mehrfarbigbemalte Irdenware sowie Steinzeug und feuerfeste Schmelz-tiegel.
Das qualitätvolle, reich dekorierte keramische Tafelgeschirr derZeit etwa 1570 bis 1600 läßt sich nicht nur am besten datieren,es ermöglicht auch die Zuschreibung zur Produktion von weit ent-
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