KACHELN AUS DER SAMMLUNG DES ETHNOGRAPHISCHEN
MUSEUMS BUDAPEST
Von Erzsébet István, Budapest
Das ungarische Wort" kályha" stammt von dem Wort" Kachel",hat aber im Ungarischen mehrfache Bedeutung:
1. es kann die einzelne Kachel oder ein Stück Fliese bedeuten;
2. es bedeutet den geschlossenen Ofen.
Sollte der Ofen auch zum Backen dienen, dann sagt man manch-mal" kályhás kemence" ein Backofen mit Kacheln. Aber Fliesenoder Kacheln gebrauchte man auch für Rauchfänge des offenenHerdes, ung." kandalló" dieses Wort ist meistens im östlichenTeil des Landes gebräuchlich.
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Ják,
Die auf der Töpferscheibe gefertigten tiefen schüsselartigenKacheln sind dort verbreitet, wo man den Ofen benützt hatmeistens in Transdanubien. Die Kacheln können unglasiert oderin Farben braun, grün und gelb glasiert, manchmal auch mitdem Malhorn dekoriert sein. Solche wurden in den folgendenHafnerzentren erzeugt: Sümeg, Keszthely, Nagykanizsa,Dor, Tata, Csákvár, Hedrehely, Mohács etc. In diesen Werk-stätten wurden auch die flachen Ofenkacheln gefertigt, oftauch mit einem Relief geschmückt wie etwa jenes Stück mitzwei Vögeln aus der Gegend nördlich des Balaton. Gemäßarchivalischer Angaben wurden tiefe Ofenkacheln auch in Sieben-bürgen hergestellt. Aus der Sammlung des Museums werden auch
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