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Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa : Referate des 14. Internationalen Hafnerei-Symposiums vom 7. - 11. September 1981 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee
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DIE SIEBENBÜRGISCHE KOBALTBLAUE KERAMIK

Von Horst Klusch, Sibiu/ Hermannstadt

Die kolaltblaue Keramik Siebenbürgens hat infolge ihres schlich-ten einfachen Aussehens durch eine oft unerreichte Technikzu Ende des vorigen Jahrhunderts die Aufmerksamkeit und dasInteresse einiger Heimatforscher erweckt und zu manchen Auf-sätzen, Vorträgen, Sammlungen und Ausstellungen Anlaß gege-ben.

Schon 1888 hat János Pap innerhalb der volkstümlichen Kera-mikgruppen Siebenbürgens auf die Sonderstellung der kobalt-blauen Keramik aufmerksam gemacht, die er nach der ver-muteten Herstellungsweise" Sgraffito- Keramik" nennt. 1905 weistJulius Teutsch in seinem Aufsatz" Etwas über unsere alt-sächsischen Krüge und Teller"( 1) auf die italienisch- böhmischeHerkunft der sogenannten Sgraffito- Keramik in Siebenbürgenhin. Emil Sigerus beschreibt in seinen zwei Artikelnsiebenbürgische Sgraffiati- Geschirr"( 2) und" Die siebenbürgischenSgraffiati- Gefäße"( 3) das Verbreitungsgebiet und die Herstellungs-technik derselben; Viktor Roth ergänzt in seinem Werk" Geschichtedes Deutschen Kunstgewerbes in Siebenbürgen"( 4) bereitsBekanntes mit neuen Einzelheiten, und Julius Bielz kann inseinem Aufsatz" Siebenbürgische Töpferkunst"( 5) nachweisen,

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