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Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa : Referate des 14. Internationalen Hafnerei-Symposiums vom 7. - 11. September 1981 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee
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DIE IRDENWARENTÖPFEREI AUF DEM HUNSRÜCK

Einführung in drei volkskundliche Filme( 1).

Von Bärbel Kerkhoff- Hader, Bonn

1. Bericht über die Bockenauer Irdentöpferei

Das Gebiet zwischen Rhein, Mosel und Nahe wird beherrschtvom Hunsrück, einer Mittelgebirgslandschaft. Drei Ortschaftenspielen dort in der Töpferei der letzten zweihundert Jahre eineRolle: Münchwald und Spabrücken für die Herstellung von Stein-zeug und Bockenau für die Herstellung von Irdenware. Der über-regionale familiären Verflechtung der Steinzeugtöpfer gemäß istdie erste Steinzeugtöpferei auf dem Hunsrück auf ein Mitgliedder weitverbreiteten Töpferfamilie Wingenter zurückzuführen. EinJohann Wingenter kam Anfang des 19. Jahrhunderts aus einem derKrugbäckerdörfer der Südwesteifel( 2). Dagegen entsprach dieGründung einer ersten Irdentöpferei in Bockenau ebenfalls zuBeginn des 19. Jahrhunderts der auch anderenorts beobachtetenstärkeren regionalen Gebundenheit dieses Gewerbezweiges. Dererste Irdentöpfer in Bockenau, Andreas Mecking, stammte ausder Nähe von Bad Kreuznach. Schon um 1825 gehörte zum Besitzder Familie Mecking in Bockenau" eine Hofanlage mit Töpferofenund etlichen Ländereien"( 3). Die Landwirtschaft wares dannauch, die den" Düppenhäfenern" half, den Konjunkturrückgang zu

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