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Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa : Referate des 14. Internationalen Hafnerei-Symposiums vom 7. - 11. September 1981 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee
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DIE GEGENWÄRTIGE LAGE DER TÖPFEREI

IN POLEN

Von Ewa Frys- Pietraszkowa, Kraków/ Krakau

Die industrielle Revolution der zweiten Hälfte des 19. Jahr-hunderts hat zum Untergang des traditionellen Handwerks beige-tragen. Das Zurückgehen der Handtöpferei in Polen war bereitsam Ende dieses Jahrhunderts bemerkbar, besonders bei der durchZünfte organisierten, städtischen Töpferei. Seitdem wird die Zahlder Töpfereizentren immer kleiner, wie auch die Zahl der neuangelernten Töpfer.

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Ich habe mich bemüht, diese Erscheinung anhand der Mate-rialien vom Archiv der Arbeitsstelle für Polnische Volkskunst desInstituts für Kunst der Polnischen Akademie der Wissenschaf-untersuchen.zuUmfangreichste Unterlagen dieserArt, gesammelt ab 1946 im ganzen Lande, standen mir zur Ver-fügung und wurden unter Zuhilfenahme von Fachliteratur ver-vollständigt. Insgesamt umfaßt das Archiv über etwa 900 Töpfe-reizentren, wobei als Zentrum ein Ort,( Stadt oder Dorf) gilt,in dem mindestens eine Werkstatt vorhanden ist oder war.34 1 Zentren( 37,8%) sind zwischen der Jahrhundertwende unddem 1. Weltkrieg, weitere 219( 24,2%) in den Jahren 1919 bis1939 und während des 2. Weltkrieges dahingesiecht. In den letzten35 Jahren waren in Polen noch fast 350 Töpfereizentren aktiv

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