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Europäische Volksliteratur : Festschrift für Felix Karlinger
Entstehung
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10. Jahrhundert( ein Student sagte mir deutlich: ,, aus der Zeit des alt-kroatischen Königs Tomislav) stammende Kirche wie jene erst 1938über der Cetina- Quelle erbaute neue prawoslawische Kirche sind dem,, Erlöser", Sveti Spas 26- St. Salvator geweiht. Es ist auch, nach zwei-maligem langen Umherwandern auf dem Friedhof und ziemlich vielenBildaufnahmen festgestellt, nicht so, daß unter diesen Dreierkreuzen mitdem Georgsbilde als Drachenkampf- Reiter etwa Träger des TaufnamensGeorg, Jurij, Djuro, oder einer darnach benannten Familie, Sippe derDjurovići u. ä. bestattet wären. Das trifft nur in einem einzigen Falle zu.So blieb mir eben zur besonderen Umfrage nur die

vorsichtig und

aus Erfahrung selbstverständlich nicht einfach,, unmittelbar" gestellte.Erkundigung nach dem, Sinn" des Bildes, das hier zwar auffallend ge-häuft, aber in der Rückerinnerung an frühere Wandersommer in Bos-nien, Serbien, Makedonien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien nichtohne Parallelen erschien. Es ist tatsächlich der Grundgedanke der Emp-fehlung in den Schutz des vielgerühmten Reiter- Retter- Heiligen Georg.Vielleicht ist es die Bildbitte auf dem Grabe, sich auch im Jenseits derObhut dessen anvertrauen zu dürfen, der selber Martern und Qualen,den Drachen, ja den Tod zu überwinden jene ,, Göttliche Kraft" hatte,von der auch das neugriechische Volksbüchlein als der θεία Δύναμιςspricht.

Nach den mosaikartig zusammenzusetzenden Antworten von vielen der,, so nebenhin" Befragten scheint sich mit wachsender Wahrscheinlichkeitdas ,, Sinnbildhafte" als das Hauptmotiv herauszukristalisieren, warumman hier in der serbischen Enklave auf den Grabmälern so viele MaleSt. Georgs Drachenkampf abbilden läßt, wiewohl Legendenwissen undMenologien so viele andere Jenseitshelfer" zur Bildaussage berufenkönnten. Es ist eben die Kraft dieses Sveti Djordje- Sankt Georg, dieso stark hervorgehoben und im Gespräch betont wird, daß er der Über-winder des Drachen, alles Bösen, des Teufels und des Todes sei und da-mit die Rettungshoffnung parallel zum altkroatischen wie zum neuserbi-schen Kirchenpatron in der Cetina, Christus selber als Sveti SpasSanctus Salvator.

Solch eine Deutung ist weder unmittelbar den Volksbüchern noch denuns wohlbekannten kirchlichen Legendenbüchern eigen. Und dennochentspricht sie im gegenwärtigen Legendenwissen, Bildgestalten, Glau-

26 Sveti SpasSt. Salvator ist seit dem frühen Mittelalter besonders bei denorthodoxen Südslawen ein ungemein stark verbreitetes Kirchenpatrozinium.Demgemäß gilt auch der Spasov dan, der zugehörige Festtag als Anlaß zu be-sonderem concursus und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum an diesem 40. Tage nach Ostern, der unse-rem Feste ,, Christi Himmelfahrt" entspricht. Vgl. dazu:

P. Ž. Petrović im Srpski mitološki rečnik, hrsg. v. Š. Kulišić P. Ž.Petrović N. Pantelić, Beograd 1970, 271-272.

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