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Europäische Volksliteratur : Festschrift für Felix Karlinger
Entstehung
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Nichtspanische Sprachelemente magischer Formeln

in volkstümlicher kolumbianischer Literatur

Von Reinhold Werner

Textmaterial und Auswertung

An anderer Stelle finden sich gewisse volkstümliche Heftchen ausKolumbien beschrieben, die als Nachfolger der pliegos de cordel cha-rakterisiert werden. Dabei werden verschiedene Typen dieser neuenpliegos unterschieden. Einen Typ stellen Heftchen dar, die Anleitungenzu magischen Praktiken geben und magische Gebete enthalten. Die Textein den Heftchen dieses Typs enthalten eine ganze Reihe magischerFormeln, die teilweise oder ganz aus Wörtern bestehen, die nicht derspanischen Sprache entstammen. Bei diesen Wörtern handelt es sich umElemente aus anderen Sprachen, teils wohl auch um Phantasiewörter.Bei vielen dieser nichtspanischen Formelemente ist es schwer, festzu-stellen, ob es sich um ein reines Phantasiewort, eine Art Notarikon 2oder um ein verballhorntes Wort irgendeiner Sprache handelt. Diesrührt großenteils daher, daß fast alle nichtspanischen Sprachelemente( selbst das Spanische der Texte zeichnet sich durch enorm viele Druck-fehler, Irrtümer und Inkorrektionen aus) stark entstellt sind. Zu dieserEntstellung hat sicher gerade auch ihre Unverständlichkeit beigetragen.Die Art der Entstellung läßt auch vermuten, daß die magischen Formelnnicht nur aus gedruckten Texten in andere gedruckte Texte übernommenworden sind, sondern daß von einem Zusammenwirken zwischen münd-licher, handschriftlicher und gedruckter Verbreitung auszugehen ist. Imfolgenden soll eine Kostprobe nichtspanischer Formelemente in spani-schen Texten des oben charakterisierten Typs gegeben werden.Dafür wurden neun Heftchen mit folgenden Titeln ausgewertet: Chainel mago( zwei verschiedene Ausgaben), Kardonne el mago, Opalsky el1 Reinhold Werner, Nachfolger der pliegos de cordel" in Kolumbien, in:Arbeitshefte zum romanischen Volksbuch, Nr. 4, Hrsg. Felix Karlinger u.Dieter Messner, Seekirchen, 1977, S. 118-129.

2 Zum Begriff Notarikon" siehe Hans Biedermann, Handlexikon dermagischen Künste von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert, 2. Aufl., Graz,1973, S. 373.

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