Ofenecke mit irgendeiner Gattung des Spanhälters aus-gestattet war; es ist dies sozusagen die Stirnseite des Ofens,und in einzelnen Teilen Krains wurde der Spanhälter,, čelesnik“, d. i. der an der Stirnseite befindliche, genannt.
Während in deutschen Gebieten der Alpenländer fürdas Spanlicht sehr häufig die von der Holzgattung abgeleiteteBezeichnung„ Kienspan, Kienleuchten, Buchelleuchten" odernach der Art der Erzeugung„ Schleißen" angetroffen wird,ist in slavischen Ländern die Bezeichnung:„ kahánek"( böhmisch),„ kakaneg"( polnisch) zu finden, welche in sehr
Stäbe als Handhaben; an dem vorderen mußten zwei, wennnötig mittels eines Strickes noch zwei, also vier Männer ziehen,um den Span vom Holze abzuhobeln; der rückwärtige Stabdiente zur Nachhilfe.
Bei einigen dieser Hobel ist am rückwärtigen Endenoch eine aufrechtstehende Handhabe angebracht, welchebestimmt war, das Hobeln durch„ Dirigieren" zu erleichtern.
Ein hervorragend schönes Stück dieser Art ist dasmit 142, Tafel 8, bezeichnete, reich geschnitzte, mit demkaiserlichen Adler und der Jahreszahl 1740 und an beidenEnden mit Löwenköpfen ausgestattete Stück.
Aus dem vorderen Löwenrachen kommt der abgehobelteSpan heraus. Auch die beiden Handhaben sind geschnitzt, undzwar zeigt, im Sinne einer Jagd, die rückwärtige einen Hunde-kopf, die vordere den eines Hasen.
Diese Art Spanhobel sind wahrscheinlich schon imMittelalter in Verwendung gewesen; das älteste, dem Ver-
1-75 m
Abb. 12.
Abb. II.
charakteristischer Weise das Flackern( kahati) des Span-lichtes bezeichnet; in Reichenberg( Nordböhmen) und Um-gebung nannte man( nach Dr. Pazaurek) den SpanhälterGahnaffe".
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War die Beleuchtung mit Holzspänen selbstredend rechtmühselig und unzulänglich, weil die Späne oft gewechseltwerden mußten und das flackernde Licht nur geringe Leucht-kraft besaß und Rauch und Qualm recht belästigend waren,so wurde diese Mühsal noch erhöht durch die Schwierigkeitder Erzeugung der Späne, welche entweder durch„ Schlitzen",,, Schleißen“ oder„ Spalten" des Holzes geschah oder durch„ Hobeln“ mit dem hierzu bestimmten„ Spanhobel“ erreicht
wurde.
Die„ Hobelbank" hierzu war recht primitiv Glossar ::: zum Glossareintrag primitiv in Form einesHolzbockes; in Dobrein bei Neuberg in Steiermark gab eseine, wie sie die nebenstehende Abb. 12 darstellt; das fürdie Späne bestimmte Holzstück wurde durch Holzkeile aufdem Holzbocke gut befestigt und nun mußten drei bis fünfMänner an die Arbeit gehen.
Die meisten Spanhobel, wie sie in den Abbildungen 60,Tafel 1, und 25, 33, 49, 51, 72 und 142, Tafel 8, zu sehensind, haben zwei senkrecht auf die Hobellänge gestellte
fasser in einem Bauernhofe( Reitlehen) bei Zell am Seebekanntgewordene Stück trug die Jahreszahl 1666.
Eine Abart dieser Spanhobel, offenbar eine im 18. oder19. Jahrhundert entstandene Verbesserung zeigt das mit 26auf Tafel I bezeichnete Stück, welches zum Gebrauche durcheinen Menschen eingerichtet ist.
Die Verwendung von Holzspänen zur Beleuchtung istfast vollständig außer Gebrauch gekommen; als spärlicheAusnahme möge erwähnt sein, daß von den Jägern imSalzburgischen beim Aufstiege zur Nachtzeit„ aus Holz-spänen gebildete Fackeln", wie sich eine unter I/ 59 in derSammlung befindet, benützt werden, ferner, daß im Mühl-viertel( Oberösterreich) hie und da noch von einem Holz-blocke„ abgedrehte Späne" für Beleuchtungszwecke ver-wendet werden; auch solche„ abgedrehte Späne“ sind unterI 98 in der Sammlung vorhanden.
Daß das Spanlicht auch schon in prähistorischer Zeit inVerwendung stand, beweisen die unter I/ 118 in der Sammlungbefindlichen, aus dem Salzberge bei Hallstatt stammenden,in einer Salzkruste eingebetteten, teilweise an den Endenverkohlten Holzspäne, welche bei den Nachgrabungen aufder prähistorischen Stätte gefunden wurden.
Gruppe II. Standleuchter mit Klemmfeder für die Kerze.
Die Einfachheit und Zweckmäßigkeit der Einrichtung,mittels einer Klemmfeder die Kerze festzuhalten, berechtigtzu der Annahme, daß Kerzenleuchter dieser Art zu denältesten Leuchtergattungen gerechnet werden können.- Ausder romanischen Kunstperiode ist dem Verfasser kein der-artiges Stück bekannt, aus der gotischen hingegen ist nocheine beträchtliche Anzahl dieser Leuchtertype in musealenund in Privatsammlungen erhalten. Standleuchter mitKlemmfeder haben drei Hauptbestandteile( Abb. 13):
1. Den Fuß( das Gestelle) mit der Traufschale, welchegleichzeitig zur Aufnahme der Dochtschere, eventuelldes Löschhornes diente.
2. Die aus der Traufschale senkrecht aufsteigende Säule,deren oberes Ende meistens mit einem trichterförmigenGefäße für die Verwertung der Kerzenreste versehen ist,ferner befindet sich an dieser Säule einerseits an einemArme die ringförmige Kerzenhülse, anderseits ein Hakenzum Tragen oder Aufhängen des Leuchters.